Montag, September 26, 2022
StartNACHRICHTEN"Verletzung der Menschenrechte" ...

"Verletzung der Menschenrechte" Baerbock verurteilt Angriffe auf Frauen im Iran

- Anzeige -


Außenminister Baerbock will die Rechte von Frauen weltweit stärken. Das sollte der Kern Ihrer Arbeit sein. In vielen Ländern gebe es Nachholbedarf, sagte der Minister. Die Situation im Iran, wo kürzlich eine junge Frau starb, ist ein Beispiel dafür.

Außenministerin Annalena Baerbock will die Stärkung der Frauenrechte als zentrales Element der internationalen Politik vorantreiben. „Feministische Außenpolitik ist kein europäisches oder westliches Konzept. Es ist ein universelles Menschenrechtskonzept“, sagte die Grünen-Politikerin bei einer Veranstaltung zur feministischen Außenpolitik am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Baerbock nannte Frauengesundheit und reproduktive Rechte als Themen von globaler Bedeutung.

Viele Länder hinken bei der Gesundheit von Frauen und ihren reproduktiven Rechten hinterher, kritisierte Baerbock, die als erste Frau und Mutter zweier kleiner Mädchen seit neun Monaten das Auswärtige Amt in Berlin leitet. Hier liegt oft eine grundlegende Verletzung der Menschenrechte vor. Wenn man sich vorstelle, dass es nationale oder europäische Vorschriften und Gesetze gibt, die besagen, dass Männer mit ihrem Körper nicht machen dürfen, was sie wollen – das würde weltweit einen Aufschrei geben, sagte der Minister. „Wenn Frauen sicher sind, sind alle in der Gesellschaft sicher“, so Baerbock, einer der zentralen Ansätze in ihrem Konzept.

Umgekehrt gilt: „Wenn Frauen nicht sicher sind, ist niemand in einem Land sicher“ – das zeige etwa der „brutale Angriff auf die mutigen Frauen im Iran“, sagt Baerbock. Nach dem Tod einer 22-Jährigen in Polizeigewahrsam kommt es dort zu Demonstrationen, um den Tod der Frau anzuprangern und Aufklärung zu fordern. Die junge Frau wurde am vergangenen Dienstag von der Sitten- und Religionspolizei wegen ihrer „unislamischen Ausstattung“ festgenommen. Sie fiel ins Koma und starb am Freitag in einem Krankenhaus. Laut Polizei hatte die junge Frau Herzprobleme und wurde am Bahnhof ohnmächtig.

„Das ist eine Missachtung der Frauenrechte und damit der Menschenrechte“, sagte Baerbock. „Deshalb werden wir in der Bundesrepublik Deutschland diesen Bruch mit den Frauenrechten und damit den Menschenrechten auch in den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen einbringen.“ Deutschland stehe „an der Seite der mutigen Frauen im Iran“.

Auch der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, rief zur Unterstützung der Protestbewegungen im Iran auf. „Was ganz wichtig ist: Wir müssen weiter sehen, dass der Iran auch außenpolitisch isoliert ist“, sagt Heusgen in der Sendung „Frühstart“ (zu sehen morgen früh auf ntv). Angesprochen auf die mutigen Frauendemonstrationen und wie gefährlich die Proteste für die Führung im Land sein könnten, sagt Heusgen: „Dieses Mal sehe ich eine ganz besondere Wut, die auch in der Bevölkerung aufstieg der Solidarität.“ Heusgen sagt über die Demonstranten: „Ich hoffe sehr, dass sie sich durchsetzen und das Regime ins Wanken gerät.“

Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens sind seit Beginn der Proteste im Iran am vergangenen Freitag 17 Menschen gestorben. Nach Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Oslo wurden 31 Menschen getötet.

Baerbock sieht in der von ihr vertretenen feministischen Außenpolitik einen zentralen Ansatz zur internationalen Durchsetzung von Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Sie betont immer wieder, dass Frauenrechte ein Indikator für die freiheitliche und demokratische Verfassung der Gesellschaft sind.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare