Dienstag, Mai 17, 2022
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Verschanzte können Steelworks nicht verlassen

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In der offenbar von russischen Truppen kontrollierten Stadt Mariupol verschanzen sich noch immer ukrainische Truppen und Zivilisten in einem Stahlwerk. Appelle, ihnen sicheres Geleit zu gewähren, blieben bisher erfolglos.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach fast zweimonatiger Belagerung die Eroberung des strategisch wichtigen ukrainischen Hafens Mariupol angekündigt – gleichzeitig aber eingeräumt, dass das Stahlwerk Asowstal mit den letzten ukrainischen Verteidigern der Stadt noch immer nicht unter russischer Kontrolle steht.

Putin befahl, das Werk zu belagern – so fest, dass „keine Fliege mehr rauskommt“. Den Komplex mit zahlreichen unterirdischen Tunneln zu stürmen sei nicht sinnvoll, sagte Putin. „Wir müssen an das Leben und die Gesundheit unserer Soldaten und Offiziere denken“, sagte das Staatsoberhaupt. Er rief die Menschen im Stahlwerk erneut dazu auf, die Waffen niederzulegen.

Laut dem Bürgermeister von Mariupol, Vadym Boychenko, können Zivilisten das belagerte Stahlwerk nicht verlassen. In der Hafenstadt selbst warteten rund 200 Menschen darauf, sich in Sicherheit zu bringen, sagte er. Bis zum Nachmittag waren keine Busse angekommen.

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj halten sich rund tausend Zivilisten und Hunderte Verletzte bei den Soldaten im Stahlwerk auf. Die stellvertretende Ministerpräsidentin der Ukraine, Iryna Vereshchuk, forderte die Staats- und Regierungschefs und die internationale Gemeinschaft auf, ihre Bemühungen auf die Arbeit zu konzentrieren. Sie sprach von einem entscheidenden Moment für humanitäre Bemühungen.

Am Mittwoch wurden 80 Menschen aus Mariupol geholt. Ein kleiner Konvoi von Zivilisten hat die Stadt verlassen und ist nun auf dem Weg nach Saporischschja, das unter ukrainischer Kontrolle steht. Mehr als 100.000 Menschen harren immer noch in Mariupol aus, sagt Boychenko.

Das ukrainische Außenministerium forderte die Einrichtung eines Fluchtkorridors für Zivilisten und verletzte Kämpfer aus dem Stahlwerk Mariupol. „Sie haben fast keine Nahrung, kein Wasser und keine lebenswichtigen Medikamente“, sagte das Ministerium in Online-Netzwerken. Die ukrainischen Behörden befürchten, dass in Mariupol mehr als 20.000 Menschen gestorben sein könnten.

Unterdessen kündigte ein Kommandeur des ultranationalistischen ukrainischen Asow-Bataillons, Swjatoslaw Palamar, an, dass seine Einheit sich nicht mit ihren Waffen ergeben werde. Stattdessen forderte er „Sicherheitsgarantien“ von der „zivilisierten Welt“.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock warf den russischen Truppen vor, Mariupol „auszubluten, auszuhungern“. Die Situation in der Stadt sei „nicht nur hochdramatisch, sie ist fast unerträglich“, sagte sie bei einem Besuch in Estland und kündigte an, die EU werde den Druck auf Russland weiter erhöhen.

Im restlichen Donbass und im Süden des Landes setzten die russischen Streitkräfte laut ukrainischen Quellen am Donnerstag ihren Artilleriebeschuss „entlang der gesamten Frontlinie“ fort. Schwere Gefechte wurden unter anderem aus der Region Izyum und aus den Städten Popasna und Rubishne in der Region Lugansk gemeldet.



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