Montag, September 26, 2022
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Verspätete und verlorene Briefe: Ärger mit der Post

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In diesem Sommer klagten viele Menschen in Deutschland über verspätete oder verlorene Briefe und Pakete. Die Post begründet dies mit krankheitsbedingten Ausfällen, Urlaub und Fachkräftemangel.

In diesem Sommer ärgerten sich besonders viele Menschen in Deutschland darüber, dass ihre Briefe oder Pakete nicht angekommen waren. Im Juli und August gingen bei der Bundesnetzagentur 6.500 Beschwerden über die Deutsche Post ein. In den sechs Monaten des ersten Halbjahres 2022 gingen 8.900 Beschwerden über die Post ein. Im Jahr 2021 gab es 15.100 Beschwerden.

Die Kritiker beklagten Verzögerungen, Verluste oder Ausfälle. Letzteres führt dazu, dass ein Brief zunächst im falschen Briefkasten landet und erst später den richtigen Adressaten erreicht.

Besonders betroffen waren Berlin, Nürnberg und München, aber auch kleinere Städte wie Freudenstadt in Baden-Württemberg, Ingelheim in Rheinland-Pfalz und Northeim in Niedersachsen. Die Bundesnetzagentur hat inzwischen 14 Ad-hoc-Prüfungen veranlasst und die Deutsche Post DHL aufgefordert, die Mängel zu beseitigen.

Der Konzern begründete die Probleme damit, dass besonders viele Mitarbeiter wegen des Coronavirus erkrankt seien und auch bei der Post Fachkräftemangel bestehe. „Außerdem haben viele unserer Mitarbeiter ihre Sommerferien ab Juli 2022 absolviert“, sagte eine Unternehmenssprecherin. Inzwischen ist die Betriebslage wieder stabil.

Die Bundesnetzagentur teilte hingegen mit, dass auch im September noch viele Beschwerden eingegangen seien. Auch andere Post- und Paketdienste sind in die Kritik geraten, aber die Deutsche Post DHL ist mit Abstand Marktführer. In Deutschland werden monatlich rund eine Milliarde Briefe verschickt.

Kritik kam aus der Politik: Auch andere Unternehmen in Deutschland hätten coronabedingte Personalprobleme, ohne dass sich ihre Servicequalität so stark verschlechtert habe, wie es offenbar bei der Post der Fall gewesen sei, sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete Reinhard Houben. Er hofft, dass es nur ein vorübergehendes Problem ist. „Sollte die Qualität der Briefdienste dauerhaft schlecht sein, sollte der Gesetzgeber erwägen, der Bundesnetzagentur Sanktionen und damit ein schärferes Schwert in die Hand zu geben“, sagte der Liberale. Dies würde mehr Druck für die Post erzeugen, sich zu verbessern.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Falko Mohrs zeigte ein gewisses Verständnis für die Schwierigkeiten der Post – mit Blick auf den Fachkräftemangel und die coronabedingten Ausfälle. „Dennoch ist und bleibt die Post gefordert, die Beschwerden ernst zu nehmen, denn sie bietet einen Baustein in der flächendeckenden Daseinsvorsorge“, so Mohrs. Er habe den Eindruck, dass der Konzern die Beschwerden „weitgehend“ ernst nehme. Rechtlich verankerten Sanktionsoptionen steht der Sozialdemokrat eher skeptisch gegenüber.



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Abgel T
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Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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