Sonntag, September 25, 2022
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Verteidigungsminister in Schwierigkeiten Steht Schoigu als Nächster auf Putins Abschussliste?

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Für Russland läuft in der Ukraine nicht viel nach Plan: Der Verteidigungsminister versucht, das Versagen der eigenen Armee zu vertuschen – doch laut britischem Geheimdienst ist Schoigu zunehmend geschwächt. Die Frage ist, wie lange er diese Position noch halten kann.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu befindet sich aus Sicht des britischen Geheimdienstes zunehmend in einer Schwächeposition. Laut einem in London veröffentlichten Bericht ist davon auszugehen, dass Offiziere und Soldaten den Minister wegen eines ineffektiven und unrealistischen Führungsstils nicht mehr ernst nehmen.

Vor seiner Ernennung zum Minister verbrachte Shoigu den größten Teil seiner Karriere im Baugewerbe und in anderen Bereichen. Ihm fehlt militärische Erfahrung. Zudem verläuft die „militärische Spezialoperation“, wie der Angriffskrieg gegen die Ukraine in Russland genannt werden muss, nicht nach Plan. Versuche von Shoigus, den schleppenden Fortschritt der russischen Armee im Donbass zu erklären, werden von London als bewusste Fehlinformation bezeichnet, die das Versagen des Militärs vertuschen soll.

„Russlands Offensive ist aufgrund der schwachen Leistung des russischen Militärs und des erbitterten ukrainischen Widerstands zum Stillstand gekommen“, sagten die Briten am vergangenen Freitag in einer Erklärung. Die russischen Streitkräfte haben die von Schoigu gesetzten Fristen wiederholt nicht eingehalten.

Es sei sehr wahrscheinlich, dass der russische Präsident Wladimir Putin und Schoigu mindestens sechs Generäle entlassen hätten, weil ihnen der Vormarsch nicht schnell genug sei, hieß es in der Erklärung. Die Frage ist, wie viele Entlassungen es noch geben wird, bevor Schoigu selbst auf der Abschussliste des Kreml-Chefs landet.

Schoigu gilt als enger Vertrauter des russischen Präsidenten. Er sollte das russische Militär bis 2020 modernisieren, bekam weitreichende Befugnisse und einen milliardenschweren Verteidigungshaushalt. Im Januar 2022 gab das Verteidigungsministerium an, dass der „Rüstungsanteil“, also der Anteil an neuem Wehrmaterial, bei über 70 Prozent liege. Doch die Probleme im laufenden Feldzug mit veralteter Technik, logistischen Problemen und schlecht ausgebildeten Soldaten werfen Fragen auf.

Hinweise, wohin das ganze Geld geflossen sein könnte, liefert der Kremlkritiker Alexej Nawalny: Im April berichtete sein Team über den Reichtum von Tochter Xenia Shoigu, die dem Bericht zufolge derzeit ein Loft und zwei Wohnungen im Wert von 8,2 Millionen Euro besitzen muss. Schoigu selbst soll in einer Villa in einem Moskauer Vorort leben. Wert: 21,7 Millionen Euro. Das Jahreseinkommen des Ministers lag 2016 offiziell bei 164.000 Euro.

Als Nutznießer der Kreml-Verbindung gelten neben Schoigu auch Außenminister Sergej Lawrow, der frühere russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew und Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Aber Putin ist bekannt für seinen harten Umgang mit in Ungnade gefallenen Gefährten. Erst im April wurde bekannt, dass der frühere Finanzminister und stellvertretende Ministerpräsident Anatoly Chubais mit einem plötzlichen Auftreten einer neurologischen Erkrankung in die Notaufnahme gebracht worden war. Anti-Kreml-Gegner halten einen Giftanschlag für die wahrscheinlichste Erklärung.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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