Montag, Januar 24, 2022
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Verwirrungsbooster und fehlende PCR – Kampf gegen Corona: weniger Unsinn bitte

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Der Kampf gegen Corona bringt seltsame Blüten hervor. Niemand weiß mehr, wer als geboostet gilt. Labs haben manchmal genug Kapazität, jetzt plötzlich nicht mehr. Was für ein Chaos.

Belohnungsfrage: Weißt du, ob du geboostet bist? Und wenn Sie denken, dass Sie es sind, sind Sie immer noch da, wenn Sie einen anderen Staat besuchen? Zum Beispiel ein Restaurant, ein Theaterstück? Herzliche Glückwünsche! Sie sind einer der wenigen, denen das noch gelingt.

Nicht jeder kann es tun. In einigen Arztpraxen lässt sich diese Frage nach einem vollen Corona-Impfschutz nicht beantworten. Manche im Robert-Koch-Institut oder Gesundheitsämtern scheitern auch.

Sie alle haben einen guten Grund: Ob jemand als ermächtigt gilt oder nicht und was im Alltag erlaubt ist oder nicht, ist Ländersache.

Oh, dachten Sie, es wäre eine medizinische Frage? Knapp daneben.

In Schleswig-Holstein und Bayern reicht das nicht. Dort ist eine zweite mRNA-Impfung oder ein Test erforderlich.

Interessant wird es auch, wenn man sich trotz Doppelimpfung mit dem Coronavirus infiziert. Sie gelten also in Bayern, Hamburg und Nordrhein-Westfalen als geboostet. Leider nicht in Baden-Württemberg, Hessen, Saarland und Thüringen.

CA. Vielleicht anders. Alles fließt.

Das ist übrigens kein Appell gegen den Föderalismus. Der Infektionsverlauf ist so unterschiedlich, dass es seit Beginn der Pandemie gute Gründe dafür gibt, warum Länder unterschiedlich reagiert haben. Schleswig-Holstein schnitt bei der Delta-Welle gut ab, nicht aber bei Omikron. In Sachsen ist es genau umgekehrt.

Aber das ist ein Ruf nach etwas mehr gesundem Menschenverstand, Koordination zwischen den Bundesländern, weniger parteiischer Interpretation wissenschaftlicher Erkenntnisse, weniger Unsinn in einer ohnehin schwierigen Situation.

Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, forderte am Freitag im Bundesrat eine bessere Kommunikationsstrategie in der Politik der Krone. Alle Maßnahmen müssten so sein, „dass die Leute das noch verstehen“, sagte Haseloff. „Wir brauchen Vertrauen“. In den Verordnungen, in den Impfstoffen, in den Festlegungen, was wann wo gilt.

Dieses Vertrauen ist schwer beschädigt und manche haben es sicherlich schon lange verloren. Abgesehen davon, dass Haseloff es selbst nicht erhöht, wenn er als einziger bei den Bayern gegen die 2G-Plus-Regelung ist. Unordnung des Boosters ist auch nicht hilfreich. Und es gibt viele weitere Beispiele.

Apropos PCR-Testung: Am 5. Januar vor knapp zehn Tagen hatten die Länder noch Bedenken, dass verkürzte Quarantänezeiten zu Laborengpässen führen könnten. Kein Problem, so das Bundesgesundheitsministerium.

Minister Karl Lauterbach sagt heute: Medizinisches Personal soll bevorzugt behandelt werden, wenn es mit einem PCR-Test getestet werden soll. Gerade weil die Kapazitäten der Labore „erschöpft oder überlastet“ seien.

Die Impfung konnte fortgesetzt werden. Statt sich ständig über das Nichterreichen der Impfquote zu beklagen, könnte man aufhören, gegen die generelle Impfpflicht zu winken. Stattdessen könnte sichergestellt werden, dass die drei Millionen ungeimpften Menschen über 60 gezielt angesprochen werden.

Und wir könnten den Aufklärungsdiskurs stattdessen nicht nur den Fachärzten überlassen, die in der omicron-Welle ohnehin mehr zu tun haben. Warum steckt man sie mit dem an – zum Glück! – Mildere Verläufe landen eher in den Praxen als auf der Intensivstation.

Es sei, sagte der Berliner Virologe Christian Drosten heute, „eine sehr schwierige Zeit der Kommunikation“. Vieles wird missverstanden. Viele Meldungen werden nicht gut genug erklärt. Viele Medien würden Corona relativieren, was Maßnahmen wie die Impfpflicht zu hart mache.

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