Montag, August 15, 2022
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Von Haubitze bis Gepard Was Deutschland bisher in die Ukraine geliefert hat

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Die Bundesregierung hat lange gezögert, schwere Waffen an die Ukraine zu liefern. Zwei Monate nach Beginn des russischen Angriffskrieges gab es die ersten Zusagen aus Berlin – doch bis zur ersten Auslieferung dauerte es noch viele Wochen. Der Verteidigungsausschuss des Bundestages wird sich am Mittwochnachmittag mit der Frage befassen. Ein Überblick:

Flugabwehrpanzer Cheetah

Ende April hatte die Bundesregierung erstmals ein schweres Waffensystem zugesagt. Sie gab grünes Licht für die Lieferung von 30 ausgemusterten Gepard-Flugabwehrpanzern. Sie stammen vom Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW), mussten aber erst repariert werden. Die ersten acht Gepard-Panzer wurden seit Ende Juli ausgeliefert. Die 22 weiteren sollten nach ursprünglicher Planung bis Ende August folgen.

Die Industrie in Deutschland bildete ukrainische Soldaten für das Waffensystem aus. Das Problem war die Munition. Anfangs standen nur rund 60.000 Schuss zur Verfügung, was aufgrund der hohen Feuerrate der Flugabwehrgeschütze oft als unzureichend kritisiert wurde. Ein norwegischer Hersteller soll nun mehr liefern.

Haubitze 2000

Anfang Mai hatte auch Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) den Verkauf von sieben 2000er Panzerhaubitzen aus Beständen der Bundeswehr bekannt gegeben. Wenige Tage später begann der mehrwöchige Ausbildungskurs für ukrainische Soldaten auf Haubitzen, die auf einem Panzerfahrgestell montiert waren.

Die Haubitzen wurden dann in der zweiten Junihälfte ausgeliefert – als erstes schweres Waffensystem aus Deutschland. Ende Juli folgten drei weitere Exemplare, womit sich die Gesamtzahl auf zehn erhöhte. Die Panzerhaubitze 2000 kann 30 bis 40 Kilometer weit schießen und bis zu zehn Granaten pro Minute abfeuern.

Mehrfachraketenwerfer MARS II

Deutschland hat Anfang Juni zudem angekündigt, drei MARS-II-Mehrfachraketenwerfer aus Beständen der Bundeswehr zu entsorgen. Sie wurden Ende Juli geliefert. Darunter sind mehrere hundert Raketen mit einer Reichweite von rund 80 Kilometern. Die USA haben die Ausbildung des Waffensystems übernommen, das aufgrund seiner großen Reichweite einen wichtigen strategischen Vorteil für die Ukraine bringt. Washington hat mit HIMARS-Raketenwerfern ein ähnliches System an die Ukraine geliefert.

Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat am 1. Juni die Bereitstellung des hochmodernen Flugabwehrsystems IRIS-T SLM zugesagt. Ihm zufolge kann es „eine ganze Stadt vor russischen Luftangriffen schützen“. Die Bundeswehr hat dieses System nicht, Iris-T SLM soll angeblich vom deutschen Hersteller Diehl geliefert werden. Allerdings wird es für die Ukraine wohl erst in Monaten verfügbar sein – die Rede ist vom Herbst.

Tracking-Radar Cobra

Scholz kündigte außerdem die Auslieferung des modernen Ortungsradars Cobra zum 1. Juni an. Es kann verwendet werden, um die Positionen feindlicher Artilleriestellungen in einer Entfernung von bis zu 100 Kilometern auszukundschaften. Es soll über die Industrie geliefert werden.

Brückenlegepanzer Biber

Ende Juli kündigte die Bundesregierung zudem die Lieferung von 16 Brückenpanzerfahrzeugen des Typs Biber an. Mit ihnen könnten die ukrainischen Truppen „Wasser oder Hindernisse im Kampf überwinden“, teilte das Bundesverteidigungsministerium mit. Die ersten sechs Tanks sollen noch in diesem Jahr ausgeliefert werden, beginnend im Herbst. Im nächsten Jahr werden zehn weitere Systeme folgen.

Panzerringtausch über NATO-Partner

Seit April setzt die Bundesregierung auch auf indirekte Panzerlieferungen über östliche Nato-Partner. Länder wie Slowenien, Tschechien, Polen und Griechenland sollten Waffen aus der Sowjetzeit in die Ukraine liefern und modernen Ersatz aus Deutschland erhalten. Über einen bereits erfolgten Ringtausch liegen keine Informationen vor.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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