Samstag, Mai 21, 2022
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Vor 25 Jahren ging Amazon an die New Yorker Börse

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Amazon ging 1997 mit einem Ausgabepreis von 18 Dollar an die Börse. Seitdem hat das Unternehmen die Art und Weise, wie Menschen einkaufen, grundlegend verändert und Inhaber Bezos zu einem der reichsten Männer der Welt gemacht.

In den Monaten vor dem Börsengang erzählte Firmengründer Jeff Bezos potenziellen Investoren immer wieder diese Geschichte:

Angeblich auf der Autofahrt mit seiner Frau von New York nach Seattle, wo Bezos im Sommer 1994 seine Firma Cadabra gründete. Ein Name, der einen Anwaltskollegen an Kadaver erinnerte.

Drei Monate später änderte er den Namen seines Unternehmens in Amazon. Die Geschäftsidee blieb gleich: Versandhandel über das Internet. Er habe sich bewusst entschieden, Bücher zu lesen, sagt Bezos. Es gibt mit Abstand die unterschiedlichsten Arten von Büchern auf dem Markt. Musik ist Nummer zwei. Es stehen 200.000 CDs zur Verfügung, aber mehr als drei Millionen Buchtitel weltweit. Und davon allein 1,5 Millionen auf Englisch.

Amazon.com beispielsweise ging vor 25 Jahren als „größte Buchhandlung der Welt“ an die New Yorker Technologiebörse Nasdaq – und schnitt gut ab: Der Ausgabepreis lag bei 18 Dollar – nach drei Aktiensplits entspräche das 1,50 Dollar pro Aktie heute. Wer bei der Zuteilung nichts bekam, konnte am Ende des ersten Handelstages bei einem Schlusskurs von 23 Dollar noch ein Schnäppchen machen – knapp zwei Dollar bereinigt um den Split. Zum Vergleich: Am Freitag schloss die Amazon-Aktie bei 2.263 $. Und das, obwohl der Preis seit dem Sommer um 40 Prozent gesunken ist.

„Ich glaube, ich hätte damals zumindest überlegt, Amazon zu kaufen. Wobei ich zugeben muss, dass ich nicht vorhergesagt habe, dass der Preis um 2.500 Prozent steigen würde“, sagt Arun Sundararajan, ein Tech-Experte an der New York University, der sich damit auseinandergesetzt hat das Amazon-Phänomen seit Jahren. Aber Amazon war schon zum Zeitpunkt des Börsengangs ein Unternehmen, das den Online-Handel besser als andere verstand, so Sundararaja.

Anders als seine Konkurrenten habe Amazon aus seiner Sicht eines verstanden: „Wenn man die Weihnachtsgeschenke nicht pünktlich liefert, dann hat man jegliches Vertrauen verloren.“ Zu Weihnachten 1998 und 1999 war Amazon der einzige Online-Händler, dessen Website nicht zusammengebrochen war, berichtet Sundararaja weiter. Amazon hatte die Kapazitäten, die enorme Nachfrage zu decken und die logistische Infrastruktur aufgebaut, um die Weihnachtsgeschenke pünktlich auszuliefern – was gut für die Kunden, aber zunächst nicht für die Aktionäre war.

Anstatt Gewinne auszuschütten, investierte Besoz kräftig. Der Online-Buchladen ist zu einem Online-Marktplatz für so ziemlich alles geworden, was Sie sich vorstellen können. Mit Kindle hat Amazon den E-Book-Standard gesetzt, der 80 Prozent des US-Marktes abdeckt. Der hochprofitable Amazon Web Service bietet weltweit Cloud-Services an.

Im Laufe der Zeit sei immer wieder die Frage aufgekommen, ob Amazon es richtig mache – weiter zu wachsen statt Gewinne abzuschöpfen, sagt Sundararaja. Doch mit dieser Strategie hat Amazon wie kein anderes Unternehmen der westlichen Welt das gesamte Einkaufsverhalten verändert – und ist dafür verantwortlich, dass es heute so selbstverständlich ist, online einzukaufen.

Das und die Tatsache, dass breit aufgestellte Online-Händler weniger abhängig von Trends und Entwicklungen sind als beispielsweise Facebook oder Twitter, macht Sundararajan sicher, dass Amazon auch 50 Jahre nach dem Börsengang erfolgreich sein wird. Wenn ich mir die fünf größten Technologieunternehmen ansehe – Microsoft, Amazon, Apple, Google und Facebook –, glaubt er, dass Amazon in etwa 25 Jahren am ehesten den Markt dominieren wird.



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