Donnerstag, Dezember 1, 2022
StartNACHRICHTENVor der Landtagswahl: Ermittlungen gegen AfD-Vize in Niedersachsen

Vor der Landtagswahl: Ermittlungen gegen AfD-Vize in Niedersachsen

- Anzeige -

Nach Informationen des ZDF ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen den stellvertretenden AfD-Vorsitzenden Ansgar Schledde wegen des Verdachts der Untreue.

Die AfD Niedersachsen blickt optimistisch in den Endspurt des Wahlkampfs: Mit zuletzt zweistelligen Umfragewerten profitiert die Partei von der Herbstkrise. Der mittlerweile parteilose Landtagsabgeordnete Christoper Emden ist in der AfD längst ein wichtiger Mann, zeitweise sogar stellvertretender Landeschef. Im Juli verließ er die Partei mit einem Austrittsschreiben, in dem der gelernte Richter harte Vorwürfe erhob.

Die AfD sei keine Alternative für Deutschland, sondern „der Abgrund für Deutschland“, ein „Einzugsgebiet für Verlierer, Gangster und Besitzlose“. Nun folgt er dem ZDF und bestätigt seine Vorwürfe. In der AfD würde man versuchen, sich durch Mandate und Aufträge wirtschaftlich umzustrukturieren:

Emden bleibt bis Ende der Woche im niedersächsischen Landtag. Er sagt, er müsste zahlen, um sich einen Platz auf der Wahlliste am Wochenende zu sichern.

Ansgar Schledde ist stellvertretender Landeschef und kandidiert auf der Liste für den zweiten Platz bei der Landtagswahl in Niedersachsen.

Auch die niedersächsischen AfD-Nominierungen für den aktuellen Bundestag wurden laut dem ehemaligen AfD-Abgeordneten Emden auf diese Weise bezahlt, teilweise mit monatlichen Zahlungen auf ein Konto, auf das Schledde persönlich zugreifen kann. Die Kontonummer ist auch für das ZDF verfügbar.

Ein schwarzer Fonds, um Stimmen und mehr zu kaufen? Auf Nachfrage des ZDF weist Schledde die Vorwürfe zurück:

In Niedersachsen wurde noch nie ein Mandat verkauft. Emden sei „extrem lächerlich und unglaublich“.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte gegenüber dem ZDF, dass sie nun in der Sache tätig geworden ist:

Während sich der aktuelle Vizepräsident der AfD Niedersachsen, Schledde, diffamiert fühlt, spricht sein ehemaliger Parteifreund Emden über die Gewaltandrohungen, die er von der AfD erlitten hat:

Der Austritt aus der AfD kritisiert die wachsende Radikalisierung und die Gewaltbereitschaft in der Partei. Sorgen bereitet ihm zum Beispiel ein Rundschreiben des Kreisverbandes Nienburg-Schaumburg im Frühjahr, das er angesichts der sich verschlechternden Stimmung im Land nun für besonders brisant hält. Dort werden die Mitglieder der AfD ausführlich über die richtige Aufrüstung im Falle von Unruhen informiert.

Unter der Überschrift „Waffen in der Krise“ werden verschiedene Szenarien beschrieben: „Während du tagsüber auf relativ unbebautem Gelände die Straßen deiner Stadt plünderst/durchsuchst, wirst du auf andere, möglicherweise feindselige Menschen treffen.“ Kurz darauf heißt es: „Eine weitere Sondersituation wäre das Verstecken mit einem Scharfschützengewehr für die Feinde“. Je nach Kampfsituation seien unterschiedliche Waffentypen zu empfehlen: „Persönlich wäre eine Maschinenpistole in der angesprochenen Krisensituation eigentlich meine Traumwaffe.“

Eine andere Pistole wird wie folgt beworben: „Sie lässt sich sauber im Holster unter dem Pullover verstecken und ist offensichtlich extrem gut zu zielen. (…) Damit kann man theoretisch offen durch die Fußgängerzone marschieren.“ Für andere Situationen eignen sich Speere, Schwerter oder Wurfmesser. Autor des Textes ist AfD-Kreisvizepräsident Michael Vogt, der derzeit für den Endspurt des niedersächsischen Wahlkampfs wirbt. Auf den Newsletter angesprochen, sagte Vogt dem ZDF: „Interessant, was Sie da haben. Ich will das jetzt nicht kommentieren.“

Er bestreitet nicht, den Text geschrieben zu haben.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare