Sonntag, Oktober 2, 2022
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Wachsender Auftragsbestand in der deutschen Industrie

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Die Auftragsbücher der deutschen Industrieunternehmen waren im Sommer so voll wie noch nie. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten und hohen Energiepreisen bearbeiten viele Unternehmen Bestellungen nur langsam.

Trotz drohender Rezession waren die Auftragsbücher der deutschen Industrie im Sommer so voll wie noch nie. Der Auftragsbestand erhöhte sich im Juli gegenüber Juni um 0,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug der Zuwachs sogar 12,6 Prozent. Damit erreichte die Zahl der Bestellungen einen neuen Höchststand seit Beginn der Erfassung im Jahr 2015, wie das Statistische Bundesamt am Morgen mitteilte.

Die Statistiker nennen zwei Gründe für den wachsenden Auftragsbestand in der verarbeitenden Industrie: die hohen Energiekosten und die anhaltenden Lieferengpässe. Sie sorgen dafür, dass die Bestellungen nur langsam bearbeitet werden können.

Vor allem die Bestellungen aus dem Ausland häuften sich: Die offenen Bestellungen stiegen im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent. Die offenen Inlandsaufträge stiegen um 0,3 Prozent. Während der Auftragsbestand bei Herstellern von Konsumgütern um 0,8 Prozent zurückging, stieg er bei Herstellern von Investitionsgütern wie Maschinen, Anlagen und Fahrzeugen um 0,7 Prozent.

Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass sich die Situation nun etwas entspannt. Laut einer Umfrage des ifo Instituts haben Beschwerden in der Industrie über fehlende Vorprodukte und Materialien zuletzt merklich abgenommen: Im August meldeten nur noch 62 Prozent der Unternehmen Engpässe, im Juli waren es mehr als 73 Prozent.

Allerdings nahm die deutsche Industrie im Juli etwas weniger Neuaufträge entgegen. Der Auftragseingang ging um 1,1 Prozent zurück. Der Umsatz ging sogar um 1,8 Prozent zurück. Laut Statistischem Bundesamt ist das Bestellvolumen seit Monaten höher als das Umsatzvolumen.

Die sogenannte Reichweite des Auftragsbestands beträgt noch acht Monate. Das bedeutet, dass die Unternehmen bei gleichbleibendem Umsatz theoretisch acht Monate ohne neue Aufträge produzieren müssten, um die bestehenden Aufträge abzuarbeiten. Bei Herstellern von Investitionsgütern ist die Bandbreite mit 11,9 Monaten am höchsten.

Allerdings sollte sich die Branche nicht auf ihre dicken Auftragsbücher verlassen: Ökonomen warnen davor, dass in einer Rezession aufgrund der Energiekrise auch bereits erteilte Aufträge wieder storniert werden könnten.



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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