Donnerstag, Dezember 8, 2022
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War Berlin am Fall von Kiew? Scholz-Sprecher weist Johnsons Vorwurf zurück

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Der Vorwurf des britischen Ex-Premier Johnson klingt unverschämt: Nach dem russischen Angriff habe die Bundesregierung aus wirtschaftlichen Gründen auf eine schnelle Niederlage der Ukraine gehofft. Der Sprecher von Bundeskanzler Scholz dementierte dies, nannte aber keine Details.

Regierungssprecher Steffen Hebestreit hat eine Äußerung des ehemaligen britischen Ministerpräsidenten Boris Johnson zur deutschen Ukraine-Politik scharf dementiert. „Johnson hatte immer ein eigenes Verhältnis zur Wahrheit, das ist hier nicht anders“, sagte Hebestreit in Berlin und kommentierte Johnsons Aussage, Deutschland wolle zu Beginn des Krieges die Niederlage der Ukraine. Johnson hatte dem Sender CNN gesagt: „Die deutsche Sichtweise war einmal: Wenn es passiert, dann wird es eine Katastrophe und es wäre besser, wenn das Ganze schnell vorbeigeht. Dass die Ukraine aufgibt.“ Der Sprecher von Bundeskanzler Olaf Scholz sagte auf Englisch: „Das ist völliger Unsinn.“ „Das ist kompletter Unsinn.“

Johnsons Äußerungen sorgten für Aufsehen, die Bundesregierung wollte sie zunächst nicht kommentieren. Johnson sagte weiter, er könne die deutsche Perspektive nicht unterstützen. „Ich fand das eine katastrophale Ansicht. Aber ich kann verstehen, warum sie so dachten und fühlten, wie sie es taten.“ Deutschland habe dafür „alle möglichen triftigen wirtschaftlichen Gründe“ vorgebracht. Die Aussagen machte Johnson nach Angaben des Senders am Montag in einem Gespräch mit CNN-Moderator Richard Quest in Lissabon. Ein größeres Publikum erreichten sie aber erst am Mittwoch.

Der Ex-Premierminister, der während des Krieges mehrmals nach Kiew gereist war, sagte, der russische Aufbau an den Grenzen der Ukraine sei ein Schock gewesen. „Wir konnten sehen, dass die Zahl der russischen taktischen Bataillonsgruppen zunahm, aber verschiedene Länder hatten sehr unterschiedliche Ansichten“, sagte Johnson. Vor dem russischen Angriff befürchteten viele westliche Regierungen, dass die Ukraine aufgrund der Übermacht des russischen Militärs innerhalb weniger Tage besiegt werden könnte.

Der ehemalige Regierungschef kritisierte auch Frankreich und Italien für ihre Haltung vor Ausbruch des Krieges. Mit dem russischen Angriff am 24. Februar hätten sich die Ansichten jedoch geändert, betonte Johnson. „Was passiert ist, war, dass alle – Deutsche, Franzosen, Italiener, alle, (US-Präsident) Joe Biden – gesehen haben, dass es einfach keine Option gibt. Weil man mit diesem Typen nicht verhandeln konnte“, sagte Johnson mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Das ist der springende Punkt.“ Johnson lobte vor allem die Reaktion der EU als „brillant“.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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