Start NACHRICHTEN Ware nicht um jeden Preis: Lobbyisten verwässern Lieferkettengesetze

Ware nicht um jeden Preis: Lobbyisten verwässern Lieferkettengesetze

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Seit Anfang des Jahres ist das deutsche Lieferkettengesetz in Kraft. Vorausgegangen war ein harter Kampf in der Lobby. Jetzt kämpfen dieselben Akteure auf europäischer Ebene gegen das Gesetz.

Jharkhand im Nordosten Indiens: Hier graben Reena und ihr Mann nach einem Rohstoff, den die deutsche Industrie dringend braucht: Glimmer, auch Glimmer genannt, weil er so schön glitzert.

Das Erz wird von Hand unter Tage bei Temperaturen bis zu 45 Grad Celsius abgebaut. „Ich komme fast jeden Tag hierher. Nur samstags habe ich etwas Ruhe“, sagt Reena, während sie in ihrem selbst gebauten Brunnen nach Erz schürft.

Der Bundesstaat Jharkand ist einer der ärmsten in Indien. Glimmerabbau ist hier illegal. Das glitzernde Erz wird jedoch für die ganze Welt aus der Erde abgebaut. Reena berichtet:

„Ich weiß nicht, was damit passiert. Wir bauen einfach den Glimmer ab und verkaufen ihn an Zwischenhändler, damit wir etwas zu essen kaufen können“, sagt Reena, schweißgebadet und staubbedeckt. Heute haben sie und ihr Mann 20 Kilo Glimmer geerntet. Dafür bekommen sie umgerechnet nur 2,50 Euro.

Deutschland ist weltweit der drittgrößte Importeur von Glimmer. Um Menschenrechtsverletzungen wie Kinderarbeit zu verhindern und angemessen faire Löhne zu gewährleisten, hat die damalige Bundesregierung für Deutschland ein Lieferkettengesetz, genauer gesagt ein Lieferketten-Sorgfaltspflichtgesetz, ausgearbeitet. Sie ist seit dem 1. Januar 2023 in Kraft, allerdings in deutlich abgeschwächter Form durch den Einfluss großer Wirtschaftsverbände.

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