Montag, September 26, 2022
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Warten auf Antworten Der Umweltrat wartet auf Ergebnisse zum Fischsterben

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Das Fischsterben in der Oder erschüttert Deutsche und Polen gleichermaßen. Die Ursachensuche am Grenzfluss wird durch die Beteiligung zweier Länder nicht einfacher. Neue Testergebnisse werden am Montag präsentiert.

Am Montag werden im Deutsch-Polnischen Umweltrat die ersten Ergebnisse einer bilateralen Expertengruppe zum Oderfischsterben vorgestellt. Der Umweltrat werde über die aktuelle Lage informiert, teilte das brandenburgische Umweltministerium mit. Bundesumweltministerin Steffi Lemke trifft sich mit ihrer polnischen Amtskollegin Anna Moskwa im brandenburgischen Bad Saarow.

Auch die Länder Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern nehmen am Rat teil. Brandenburg wolle mit Lemke und Mecklenburg-Vorpommern auf eine weitere konstruktive Zusammenarbeit bei der Abwicklung hinarbeiten, teilte das Potsdamer Umweltministerium mit. Mit Polen sollte diskutiert werden, wie der ökologische Zustand der Oder wiederhergestellt werden kann. Auch sollen Lösungen diskutiert werden, wie solches Fischsterben und ökologische Schäden in Zukunft besser verhindert werden können. Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel will seine Ablehnung des polnischen Oder-Ausbaubeschlusses bekräftigen. Das Ministerium und Umweltverbände hatten Einspruch eingelegt.

Im deutsch-polnischen Grenzfluss waren massenhaft tote Fische entdeckt worden. Die genaue Ursache des Fischsterbens ist noch unklar. Experten gehen davon aus, dass ein hoher Salzgehalt im Fluss ein wesentlicher Grund für die Umweltkatastrophe ist, kombiniert mit Niedrigwasser, hohen Temperaturen und einer giftigen Algenart.

Auch das Wiederansiedlungsprojekt für den Baltischen Stör erlitt durch die Katastrophe einen herben Rückschlag. „Aber es ist kein Totalausfall, denn Störe sind eine sehr langlebige Fischart, die bis zu 100 Jahre alt werden und auch schlechte Umweltbedingungen überstehen können“, sagt Jörn Gessner vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB). in Berlin.

Seit Projektstart wurden 3,5 Millionen Mini-Störe aufgezogen und anschließend in der Oder ausgesetzt. Die dann rund 20 Zentimeter großen Tiere wandern bis zur Mündung des Flusses, dem Oderhaff, wo sie zwei Jahre weiter wachsen, bis sie in die Ostsee schwimmen. Wenn sie nach 15 bis 20 Jahren geschlechtsreif werden, sollten sie zum Laichen an die Oder zurückkehren. Gessner geht davon aus, dass die Störe tatsächlich zurückkehren werden, sobald sich der Fluss regeneriert hat und die Tiere dort Nahrung und Laichplätze finden.

In einer Störzuchtstation im brandenburgischen Friedrichsthal (Uckermark) im Nationalpark Unteres Odertal starb ein Drittel der 20.000 Nachkommen, weil kontaminiertes Oderwasser durch die Anlage floss. Die restlichen drei bis fünf Zentimeter großen Exemplare wurden bei einer Notrettung in den Poldergewässern des Nationalparks ausgesetzt, die derzeit keine Verbindung zum Grenzfluss haben.

Nach Angaben der Nationalparkverwaltung wurden beim Absterben der Fische in der Oder auch tote Störe mit einer Größe von etwa 30 bis 90 Zentimetern gefunden, vermutlich aufgezogene Jungtiere aus Vorjahren. Bis Samstag vor einer Woche wurden in Polen und Deutschland rund 200 Tonnen Fischkadaver gesammelt.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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