Donnerstag, Juni 23, 2022
StartNACHRICHTENWas Verbraucher erwartet: Gasalarm: Explodieren jetzt die Preise?

Was Verbraucher erwartet: Gasalarm: Explodieren jetzt die Preise?

- Anzeige -

Energieminister Habeck hat im Gas-Notfallplan die Alarmstufe ausgerufen. Wie teuer wird es für die Verbraucher und wie können Sie sich jetzt versorgen. Ein Überblick.

Wer jetzt einen neuen Vertrag abschließt, muss mit Preisanpassungen rechnen. Auch Kunden ohne Preisgarantie erhalten höhere Rechnungen. Meistens werden die Preise aber vorerst nicht steigen. Grund ist eine Gesetzesänderung vom 12. Mai.

Im Energiesicherungsgesetz ist eine Preisanpassungsklausel enthalten, die es den Versorgern ermöglicht, hohe Erdgaseinkaufspreise auch bei langfristigen Verträgen direkt an ihre Kunden weiterzugeben. Diese Möglichkeit der Preisanpassung war jedoch an weitere Bedingungen geknüpft. Neben der Warnstufe muss die Bundesnetzagentur „eine erhebliche Verringerung der Gesamtmenge der Gasimporte“ förmlich feststellen und anschließend im Bundesanzeiger veröffentlichen.

Es geht also nicht nur darum, wie viel Gas durch die Ostsee-Pipeline fließt. Von dieser Aussage hält sich die Regierung vorerst zurück. Eine direkte Preisverschiebung könnte viele Familien und Unternehmen überfordern. Die Koalition prüft daher die Aktivierung der Preisanpassungsklausel auf jeden Fall, bevor weitere Zugeständnisse in Kraft treten.

Erdgas, das im Juli auf der niederländischen Handelsplattform TTF geliefert werden soll, kostete am Mittwoch rund 129 Euro pro Megawattstunde. Montag vor einer Woche, also vor der Drosselung, lag der Preis noch bei 83,40 Euro. Zum Vergleich: Früher wurden oft Verträge von 20 bis 30 Euro vereinbart.

Werden die Auflagen erfüllt, können Energieversorger die Preise auf ein „angemessenes Niveau“ anheben. Dies ist jedoch nicht auf die Spitze beschränkt. Auch private Haushalte sind daher nicht vor den extrem hohen Gaspreisen geschützt. Auch dann nicht, wenn sie eine sogenannte Preisgarantie haben.

Eine weitere Belastung ist absehbar: Die anstehende Wartung der Gaspipeline Nord Stream 1 ist für den 11. Juli angesetzt. Das kann etwa zehn Tage dauern. Wenn dann die Liefermenge erhöht wird, könnte sich die Lage auf dem Gasmarkt entspannen. Wenn das Liefervolumen bei 40 Prozent bleibt oder sogar wieder schrumpft, könnte es schnell gehen.

Unsere Gasversorgung ist derzeit versichert. Die Tanks sind zu fast 60 % gefüllt. Aber sei vorsichtig. Es ist gerade Sommer. Wir verbrauchen einfach weniger Benzin, also ist es jetzt an der Zeit, vorauszuplanen. Mit zu 60 Prozent gefüllten Gasspeichern kommt man nicht durch den Winter.

Es sind die kleinen Dinge, die Sparpotenzial haben. Eine optimal geregelte Heizung zum Beispiel oder die berühmte Energiesparbrause in der Dusche. Aber ein Teil der Wahrheit ist auch: Vieles, was viel bringen würde, wie zum Beispiel die Hausdämmung, kann derzeit nicht umgesetzt werden, weil es einfach zu wenig Handwerker gibt.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare