Sonntag, Mai 22, 2022
StartNACHRICHTENWegen Corona-Verstößen: Mehr als 100 Bußgelder drin "Partytor"-Skandal

Wegen Corona-Verstößen: Mehr als 100 Bußgelder drin "Partytor"-Skandal

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„Bring your own boze“: In der Downing Street gab es während des Lockdowns immer Partys. Nun hat die Polizei weitere Bußgelder verhängt. Premier Johnson soll nicht erneut betroffen sein.

Wegen der „Partygate“-Affäre um Lockdown-Feiern im britischen Regierungssitz hat die Londoner Polizei inzwischen mehr als 100 Strafen gegen Teilnehmer verhängt. Das teilte die Metropolitan Police mit. Die Zahl der Bußgelder hat sich im Vergleich zur vorherigen Meldung vor genau einem Monat um rund 50 erhöht.

Die Polizei kündigte an, die Ermittlungen fortzusetzen. Insgesamt gibt es in den Jahren 2020 und 2021 ein Dutzend Lockdown-Partys in der Downing Street. Premierminister Boris Johnson soll an einigen teilgenommen haben. Dazu gehörten Berichten zufolge Büropartys, zu denen die Teilnehmer gebeten wurden, ihren eigenen Alkohol mitzubringen („bring your own booze“), und freitags die Weinzeit, die angeblich von PM-Mitarbeitern organisiert wurden.

Die Empfänger von Bußgeldbescheiden werden von der Polizei nicht identifiziert. Johnson ließ jedoch wissen, dass er nicht wieder dabei war. Wie die Nachrichtenagentur PA ohne Quellenangabe mitteilte, muss er vorerst keine weiteren Bußgelder zahlen.

Zuletzt hatte die Polizei in der britischen Hauptstadt am 12. April wegen des „Partygate“-Skandals „mehr als 50“ Bußgelder verhängt, die auch den britischen Premierminister Johnson, seine Frau Carrie und Finanzminister Rishi Sunak trafen. Alle drei wurden angeklagt, an einer Überraschungsfeier zu Johnsons 56. Geburtstag am 19. Juni 2020 teilgenommen zu haben.

Johnson entschuldigte sich dafür. Er bestand jedoch darauf, dass es ihm „nicht in den Sinn gekommen“ sei, dass die Versammlung, die weniger als zehn Minuten dauerte, eine Party sei. Die Geldstrafe machte ihn zum ersten britischen Premierminister in der Geschichte, bei dem festgestellt wurde, dass er während seiner Amtszeit gegen das Gesetz verstoßen hat.

2020 und 2021 gab es wegen der Corona-Pandemie strenge Kontaktbeschränkungen in Großbritannien, die Johnsons Regierung selbst erlassen hatte. Die Enthüllungen über Lockdown-Partys lösten in der britischen Öffentlichkeit weit verbreitete Wut auf die regierenden Konservativen aus. Bei den Regionalwahlen in der vergangenen Woche verloren die Tories wichtige Hauptstadtbezirke.

Die Spitzenbeamte Sue Gray leitet eine separate Untersuchung der Regierungsparteien. In einem vorläufigen Bericht über Versammlungen, die nicht Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen der Polizei waren, sagte sie, dass schlechte Führung und schlechtes Urteilsvermögen Ereignisse ermöglichten, die nicht hätten stattfinden sollen. Darüber hinaus untersucht derzeit ein parlamentarischer Ausschuss, ob Johnson das Parlament in dieser Angelegenheit belogen hat.



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