Dienstag, Oktober 26, 2021
StartNACHRICHTENWegen falscher Impfquoten FDP und Grüne mit scharfer Kritik am RKI-Chef

Wegen falscher Impfquoten FDP und Grüne mit scharfer Kritik am RKI-Chef

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Bei den bundesweiten Impfungen muss das Robert-Koch-Institut eine Verfälschung der Zahlen eingestehen. Die Quote ist bis zu fünf Prozent höher. FDP und Grüne sehen das RKI als zu regierungsnah und rütteln am Stuhl von Institutschef Wieler.

Politiker von FDP und Grünen haben den politischen Einfluss auf das Robert-Koch-Institut beklagt und den Institutsleiter Lothar Wieler kritisiert. Grund für die Kritik ist das Eingeständnis des Instituts vom Donnerstag, dass die Zahl der Geimpften in Deutschland lange Zeit zu niedrig angegeben wurde. Bei Wieler gebe es „von Fehlerinspektion keine Spur“, sagte die FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) der „Bild“-Zeitung.

Wieler sei „zu nah an der Linie der Bundesregierung“, kritisierte sie. Die FDP will die Behörde nicht mehr dem Bundesgesundheitsministerium unterstellen: „Wir arbeiten hart daran, dem RKI auch in Zukunft politische Unabhängigkeit zu garantieren.“

Aschenberg-Dugnus weiter: „Wir vermuteten schon vor Monaten, dass die Impfrate zu niedrig gemeldet wurde.“ Aber die Bundesregierung hat dies immer bestritten. „Jetzt ist es Oktober, und Herr Wieler korrigiert die Quote um fünf Prozent nach oben.

Der Grünen-Politiker Dieter Janecek kritisierte: Andere Länder „kennen solche Probleme bei der Erfassung der Impfquote nicht: Deutschland ist wieder überfordert.“ Janecek sieht auch Wielers Verantwortung für die langen Schulschließungen in Deutschland: „Das RKI hat einen Kurs unterstützt, der Kinder als angebliche Infektionstreiber besonders berücksichtigt.“

Das RKI hatte in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht mit Blick auf die bislang offiziell bekannt gegebene Impfquote geschrieben, dass von einer „Unterschätzung von bis zu fünf Prozentpunkten für den Anteil der mindestens einmal Geimpften bzw. Vollgeimpften“ auszugehen sei.

Es sei „in der erwachsenen Bevölkerung von bis zu 84 Prozent der mindestens einmal Geimpften und von bis zu 80 Prozent der Vollgeimpften“ auszugehen. Die dem RKI bisher offiziell gemeldeten Zahlen zeigten jedoch eine Impfrate von 79,1 Prozent bei mindestens einmal geimpften Erwachsenen und 75,4 Prozent bei vollständig geimpften Personen.

Als Grund für die Verfälschung der Zahlen gab das RKI an, dass einige Impfstellen nicht alle Impfungen an das Institut melden würden; Um die gemeldeten Zahlen zu überprüfen, ließ das Institut eine telefonische Befragung von mehr als 1000 Bürgern durchführen – das Ergebnis deutete auf eine deutlich höhere Impfrate hin.

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