Samstag, September 24, 2022
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Wegen Mordes an Ehemann gesucht Deutscher Konsul gelingt die Flucht aus Brasilien

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Er soll seinen Mann zu Tode geprügelt haben. Trotzdem kann ein deutscher Diplomat in Brasilien ungehindert in ein Flugzeug nach Hause steigen – und sich so der Strafverfolgung entziehen. Grund ist eine gerichtliche Anordnung, die die Ermittlungsbehörden fassungslos machte.

Die brasilianische Justiz will, dass der deutsche Diplomat Uwe H., der des Mordes an seinem Ehemann beschuldigt wird, via Interpol gesucht wird. Ein Richter in Rio de Janeiro ordnete Untersuchungshaft gegen H. an, der am Vortag nach Deutschland abgereist war. Wegen der Abreise des Konsuls sagte Richter Gustavo Kalil, er solle von der internationalen Polizeiorganisation Interpol auf die Liste der Flüchtlinge gesetzt werden.

Der Diplomat war Anfang August in Rio de Janeiro festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, seinen belgischen Ehemann in ihrer Wohnung im schicken Strandviertel von Ipanema getötet zu haben. Ein Richter ordnete jedoch vergangene Woche die Freilassung von H. an. Sie entschied, dass die Staatsanwaltschaft eine Frist zur Einreichung von Anklageunterlagen versäumt habe. Er musste seinen Pass nicht abgeben.

Die Staatsanwaltschaft bestreitet, eine Frist versäumt zu haben. Sie beschuldigte den Mann am Montag, einen Tag nachdem er Brasilien verlassen hatte, offiziell des Mordes.

Der Ehemann des Diplomaten soll zu Tode geprügelt worden sein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Rio de Janeiro soll H. äußerst besitzergreifend gewesen sein: Er soll seine Partnerin „finanziell und psychisch unterjocht“ und ihm jegliche Unabhängigkeit und Freundschaften mit anderen verweigert haben. Der Diplomat selbst sagte nach Angaben der Polizei, sein Mann sei an einem Freitagabend plötzlich zusammengebrochen und habe tödliche Kopfverletzungen davongetragen.

Lokale Medien berichteten, dass der deutsche Diplomat, der im Generalkonsulat in Rio arbeitet, versuchte, die Spuren zu räumen, bevor die Polizei eintraf. Er sagte auch aus, dass sein Mann viel getrunken und Schlaftabletten genommen habe. H. und seine Partnerin waren seit 20 Jahren verheiratet.

Die Polizei war schockiert, dass der Diplomat das Land unbehelligt verlassen konnte. Die Ermittler seien „perplex“, sagte Kommissarin Camila Lourenco der Zeitung „O Globo“. Nach der Freilassung des Diplomaten hätte die Justiz zumindest seinen Pass einbehalten können. „Das hätte seine Flucht erschwert.“

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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