Montag, Februar 6, 2023
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Weiterbildungsgesetz angekündigt: Heil will „Bildungszeit“ für Beschäftigte

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Arbeitsminister Heil will mit einem ganzen „Werkzeugkasten“ die Weiterbildung in Deutschland fördern. Geplant ist auch eine „Einarbeitungszeit“ für Mitarbeiter.

Nach dem Willen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sollen Beschäftigte in Deutschland nach österreichischem Vorbild künftig berufsbegleitend an einer bezahlten Weiterbildung teilnehmen können.

Die Ausbildungszeit und weitere Maßnahmen sollen mit einem weiteren Ausbildungsgesetz eingeführt werden, sagte Heil der dpa. Das Gesetz soll in den kommenden Wochen vom Bundeskabinett verabschiedet werden und Arbeitnehmern angesichts des Fachkräftemangels zusätzliche Möglichkeiten bieten.

In Österreich können Beschäftigte eine Berufsunterbrechung von bis zu einem Jahr für eine Ausbildung oder ein Studium oder eine berufsbegleitende Ausbildung von bis zu zwei Jahren in Anspruch nehmen. Wer diesen „Studienurlaub“ nimmt, kann eine Weiterbildungsbeihilfe erhalten.

Heil hat angekündigt, dass auch Arbeitnehmer in Deutschland eine einjährige Berufsausbildung machen können sollen, wenn sie sich vorher mit dem Arbeitgeber geeinigt haben. „Der Unterhalt wird aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit in Höhe des Arbeitslosengeldes sichergestellt, also 60 Prozent bei Alleinstehenden, 67 Prozent bei Kindern.“

Das Hochschulgesetz wird laut Heil eine „Ausbildungsgarantie“ enthalten. Jeder junge Mensch soll die Chance auf Bildung haben. „Dafür fördern wir zum Beispiel die Mobilität und Berufsorientierung junger Menschen.“ Denn es gibt große regionale Unterschiede.

Mobilitätsunterstützung für Praktika sollte helfen. „Wenn jemand zum Beispiel im nördlichen Ruhrgebiet keinen Ausbildungsplatz findet, aber die Möglichkeit besteht, ein Berufsorientierungspraktikum in Köln zu absolvieren, unterstützen wir dies durch die Übernahme der Unterkunfts- und Mobilitätskosten“, kündigte Heil an.

Bei Auszubildenden würden die Kosten für Familienheimfahrten übernommen.

Das Finanzvolumen des Hochschulgesetzes beläuft sich laut Heil von der Bundesagentur für Arbeit bis 2026 auf jährlich rund 771 Millionen Euro. Aus dem Bundeshaushalt sollen 190 Millionen Euro kommen. Auf der anderen Seite stünden Einnahmen aus Beiträgen und Steuern durch die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Viele Jugendliche wüssten gar nicht, „was für gute Jobs es gerade in der Berufsausbildung gibt“. Heil unterstützt die Einführung einer obligatorischen Berufsorientierung in allen Schulen, möglichst ab der fünften Klasse.

Insgesamt, so Heil, soll der Strukturwandel in der Wirtschaft mit einem „völlig neuen Werkzeugkasten“ für die Weiterbildung einhergehen. Deutschland muss eine „Hochschulrepublik“ werden. Wenn Unternehmen im Übergang große Teile der Belegschaft weiter umschulen müssen, sollte eine qualifizierende Zulage helfen.

Der Fachkräftemangel dürfe nicht zu einer Wachstumsbremse werden, warnte Heil. Ab 2025 gehen die Babyboomer nach und nach in den Ruhestand. Gleichzeitig verlassen jährlich rund 45.000 Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Abschluss.

In Zukunft sollen alle internen Potenziale ausgeschöpft werden. Dazu gehören auch die Erhöhung des Frauenanteils in der Belegschaft und die noch stärkere Einbindung von Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen in das Arbeitsleben.

„Deutschland braucht auch qualifizierte Zuwanderung“, sagte der Minister. Er rechne damit, „dass wir Anfang März einen Gesetzentwurf für ein modernes Zuwanderungsgesetz im Bundeskabinett verabschieden werden“. Eckpunkte dafür hatte die Koalition bereits im November vorgelegt.

Heil kündigte eine über das Gesetz hinausgehende „Rekrutierungsstrategie von Staat und Wirtschaft“ an.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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