Samstag, Mai 21, 2022
StartNACHRICHTENWenn "Kriegshetzer" missbraucht Habeck warnt davor "Umkehr aller Moral"

Wenn "Kriegshetzer" missbraucht Habeck warnt davor "Umkehr aller Moral"

- Anzeige -


Am Ende des Wahlkampfs der Grünen vor der NRW-Wahl wurde Wirtschaftsminister Habeck als „Kriegstreiber“ beschimpft. Habeck betont seinen Respekt vor dem Pazifismus. Wer Vergewaltigungs- und Vertreibungsopfern nicht hilft, macht laut Habeck aber „wahrscheinlich mehr Schuld“.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat Kritiker der militärischen Unterstützung der Ukraine davor gewarnt, die Realität des russischen Angriffskriegs zu verzerren. „Wer die Helfer der Ukraine als Kriegshetzer diffamiert, stellt sich auf die Seite der Mörder“, sagte der Kölner Politiker am Ende des Wahlkampfs der Grünen zwei Tage vor der nordrhein-westfälischen Landtagswahl.

„Ich habe großen Respekt vor einem bedingungslosen moralischen Pazifismus“, sagte Habeck. Aber er kommt zu einem anderen Schluss. Wenn man Menschen, die um ihr Leben kämpfen, die unter Vergewaltigung und Vertreibung leiden, nicht helfe, „ist man mindestens genauso schuldig, wahrscheinlich noch schuldiger“.

Habecks Rede wurde von Demonstranten mit Trillerpfeifen und Hupen unterbrochen. Unter anderem riefen sie „Kriegstreiber“. „Das ist eine Umkehrung jeglicher Moral“, rief Habeck. „Es macht dich gemein zu den Tätern und verachtet die Opfer.“ Die wahren Kriegstreiber in Europa sitzen im Kreml.

Gleichzeitig räumte Habeck ein, dass niemand „moralisch rein“ aus dem Krieg herauskommen werde. Auch er sei „nicht stolz“ auf die Waffenlieferungen an die Ukraine oder den Versuch, fossile Energien aus Russland durch den Aufbau neuer fossiler Energiebeziehungen zu ersetzen. Habeck spielte damit an, sich von russischem Öl und Gas zu lösen und mit anderen Lieferbeziehungen zu kompensieren. Dies sei aber notwendig, „wenn wir Putins Krieg nicht weiter finanzieren wollen“, sagte er.

In Nordrhein-Westfalen wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Zahlreiche Umfragen sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD. Dritte Kraft könnten die Grünen werden, die bei 16 bis 17 Prozent liegen und ihr bestes Landtagswahlergebnis erzielen könnten.

Bei seiner offiziellen Abschlussveranstaltung im münsterländischen Altenberge unterstrich Ministerpräsident Hendrik Wüst von der CDU die Bedeutung stabiler politischer Rahmenbedingungen, um „das Wichtige tun zu können“. Das ist der Wahlkampfslogan der nordrhein-westfälischen CDU. Bei der Abschlusskundgebung der SPD neben dem Kölner Dom unterstützte Bundeskanzler Olaf Scholz den SPD-Spitzenkandidaten Thomas Kutschaty.

Während Habecks Rede klebte ein junger Mann auf der Bühne. „Du stellst eine Frage, ich antworte und dann fahre ich mit meiner Rede fort, okay“, sagte der Grünen-Politiker dem Unruhestifter in Düsseldorf. Der junge Mann wollte vom Minister wissen, warum er in der Nordsee nach Öl bohren wolle.

„Es ist kein Widerspruch, dass wir in einer Zeit, in der uns die Trägheit oder strategische Dummheit der Vorgängerregierung von einem Diktator abhängig gemacht hat, der nun zumindest indirekt seinen Krieg unterstützt, versuchen, schnell weg von den fossilen Brennstoffen aus Russland zu kommen“, sagte er. sagte Habeck.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare