Sonntag, Mai 22, 2022
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Wer sich nach dem Ende des Neuen Marktes durchgesetzt hat

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20 Jahre nach dem Ende des Neuen Marktes haben einige Unternehmen bis heute überlebt. Warum haben sich diese im Gegensatz zu vielen anderen durchgesetzt? Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Das Piepen, Knarren und Zischen eines Modems war die Geräuschkulisse in den 1990er Jahren, als jeder im Internet sein wollte – und an der Börse. „Das ist eine wichtige Zwischenstufe in der Entwicklung unseres Unternehmens“, erinnert sich Stephan Schambach, damaliger Chef des Internetunternehmens Intershop, als es Ende der 1990er Jahre an die Börse ging, mit einem breiten Grinsen. „Wir sind sehr stolz, dass es so gut funktioniert hat.“ Die Geschichte ist bekannt: Um die Jahrtausendwende brachen die Internetaktien ein.

Was aber kaum bekannt ist: Einige Unternehmen haben 25 Jahre nach Beginn des „Neuen Marktes“ überlebt. So auch Intershop, das heute Webshops für Unternehmen einrichtet. Unternehmen verkaufen an Unternehmen, erklärt Alexander Langhorst von GSC Research das Geschäftsmodell. Früher erhielt ein Maschinenbauer, der Bauteile benötigte, 20 Zentimeter dicke Kataloge oder Listen vom Lieferanten. „Heute ist alles auf digitale Varianten umgestellt. Und das ist sicherlich der Bereich, in dem noch Wachstumspotenzial besteht.“

Auch weil es viel schwieriger ist, Schrauben oder Maschinenteile an Privatkunden zu verkaufen als Bücher oder CDs – ein gutes Geschäft, das viel Beratung erfordert. Und Sonderlösungen wie Videochats mit Spezialisten in den Unternehmen.

Auch Nemetschek, mittlerweile das zweitgrößte deutsche Softwareunternehmen, überlebte. Er biete Programme für Bauunternehmen an, sagt Aktienexperte Christian Röhl. „Man kann ganze Gebäude visualisieren – so wie sie später aussehen. 3D wird am Computer zugänglich.“ Das ist eine virtuelle Realität, die mit moderner Software auch für Konstruktion und Statik funktioniert.

Ganz ähnlich verhält es sich mit der Firma „Mensch und Maschine“. Am Bildschirm können Ingenieure Teile konstruieren, sagt Bestandsexperte Langhorst: „Das wird dann in der Software geplant, und wenn Teile in der Simulation konstruiert werden, prüft die Simulation, ob es in der virtuellen Form funktioniert oder ob noch Verbesserungsbedarf besteht.“ “ Und so kann die Software zum Beispiel Formen bauen, mit denen sich PET-Flaschen so sauber herstellen lassen, dass sie hinterher nicht mehr nachgeschliffen werden müssen, um den perfekten Glanz zu erzielen.

Nemetschek und Mensch und Maschine verkaufen ihre Software nicht auf CDs, sondern in der Cloud. „Man verkauft keine Lizenzen mehr, sondern ein Abonnement, wie bei Zeitschriften“, erklärt Börsenexperte Röhl. „Und man muss sich das Abo leisten, solange man es nutzen möchte. Und die Unternehmen wissen, dass die Kunden jeden Monat zahlen.“ Gerade Nemetschek und Mensch und Maschine sind in den vergangenen zehn Jahren enorm gewachsen, enorm gewachsen. Doch der große Rummel ist vorbei, es gibt jetzt stille Börsenstars.



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