Dienstag, August 9, 2022
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Wie abhängig die Weltwirtschaft von Taiwan ist

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Gerade bei Halbleitern ist der Westen stark von Herstellern aus Taiwan abhängig. Eine Eskalation des Streits mit China könnte die Weltwirtschaft hart treffen.

Ohne Halbleiter geht im Alltag kaum etwas. Sie sind zum Beispiel in Smartphones, Computern, Autos und medizinischen Geräten verbaut – und die meisten davon stammen aus Taiwan. Laut einer Studie der Marktforscher von Trendforce wurden im vergangenen Jahr 64 Prozent der weltweiten Auftragsfertigung von Halbleitern von Unternehmen aus Taiwan durchgeführt.

Und in Taiwan gibt es deutlich mehr Fabriken als beispielsweise bei den großen Konkurrenten China, Südkorea oder den USA. Das südostasiatische Land ist auch die Heimat des drittgrößten Halbleiterherstellers der Welt, Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC). Der Konzern produziert nicht nur Chips für Apple, Qualcomm und AMD, auch deutsche Autokonzerne wie Audi, VW und Ford zählen zum Kundenstamm.

Schon während der Pandemie war beeindruckend, wie abhängig die westlichen Länder von der taiwanesischen Industrie sind: Wegen Versorgungs- und Lieferengpässen konnten einige Halbleiter nicht geliefert werden. In der Folge musste die Produktion in einigen EU-Ländern um ein Drittel gedrosselt werden, weil die wichtigen Computerchips knapp waren.

Die Spannungen zwischen den USA und China wegen eines möglichen Besuchs der US-Führerin Nancy Pelosi in Taipeh geben Anlass zur Sorge, dass der Konflikt zwischen China und Taiwan eskalieren könnte. Dies könnte ähnlich dramatische Folgen für die Weltwirtschaft haben wie die Lieferengpässe in der Pandemie.

Viele westliche Länder haben jedoch längst damit begonnen, die eigene Chipproduktion anzukurbeln: Der US-Senat hat vergangene Woche ein Gesetz zur Förderung der Halbleiterproduktion verabschiedet. Erklärtes Ziel von US-Präsident Joe Biden ist es, die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber China und anderen Ländern zu stärken. Das Gesetz werde die Preise senken, Arbeitsplätze schaffen „und – was am wichtigsten ist – unsere Abhängigkeit von importierten Chips verringern“, sagte Biden kürzlich.

Ähnliche Bestrebungen gibt es in der EU – mit dem sogenannten „Chips-Gesetz“. Um mittelfristig Produktionsstandorte in Europa aufzubauen, will die EU-Kommission laut einem Beschluss vom Februar bis 2030 insgesamt mehr als 43 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Geldern aufbringen. Davon sind rund 15 Milliarden Neuemissionen im Rahmen des Chip-Programms, die je zur Hälfte aus der EU und den Mitgliedsstaaten stammen.



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Abgel T
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Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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