Donnerstag, Januar 27, 2022
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Wie der Impfstoffhersteller BioNTech die Wirtschaft ankurbelt

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Ein Unternehmen hat im vergangenen Jahr besonders stark zum Aufschwung der deutschen Wirtschaft beigetragen: der Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech. Wirtschaftsexperten haben diesen Effekt nun genauer berechnet.

Der Impfstoffhersteller BioNTech dürfte im vergangenen Jahr maßgeblich zum Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) beigetragen haben. Das wissen sowohl das dem Gewerkschaftsbund nahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) als auch das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) zu schätzen.

„Es gibt einen klaren BioNTech-Effekt“, sagte der Wissenschaftliche Leiter des IMK, Sebastian Dullien. „Im offiziellen BIP-Jahresergebnis sind nun auch Lizenzeinnahmen des Impfstoffentwicklers enthalten, die Ende des Jahres fällig waren. Sie allein dürften für rund 0,5 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung Deutschlands verantwortlich sein“, bestätigt Nils Jannsen, Leiter des Abteilung Volkswirtschaftslehre Deutschland am IfW . Der Effekt schlägt sich in höheren Dienstleistungsexporten nieder.

Das Statistische Bundesamt bestätigte, dass der Effekt des Mainzer Unternehmens spürbar sei, wollte den genauen Beitrag von BioNTech aber nicht beziffern. IMK und IfW berechnen, dass das BIP ohne den Erfolg von BioNTech nur um 2,2 Prozent gewachsen wäre. „Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals ein einzelnes deutsches Unternehmen so viel zum Wachstum beigetragen hat“, sagte der IMK-Experte.

Nach eigenen Angaben hat der Impfstoffhersteller mit seinem Impfstoff im vergangenen Jahr zwischen 16 und 17 Milliarden Euro verdient. 2020 lag der Umsatz noch unter einer halben Milliarde. „Das ist ein massiver Anstieg, der das gesamte deutsche Wirtschaftswachstum betrifft“, sagte Dullien.

Zudem bezieht BioNTech vergleichsweise wenige Vorprodukte aus dem Ausland, die bei der Berechnung des deutschen BIP abgezogen werden müssten. „Das ist also fast eine rein inländische Wertschöpfung“, sagte Dullien. „Das wirkt sich direkt positiv auf das Wirtschaftswachstum aus.“

BioNTech lässt den Impfstoff auf Basis der neuen mRNA-Technologie zum Beispiel in Marburg produzieren und kassiert zudem milliardenschwere Gebühren von seinem US-Partner Pfizer. Der beeindruckende Erfolg des Unternehmens zeige, dass es in Deutschland eine hervorragende Forschungslandschaft gebe, sagte Dullien.



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