Donnerstag, Januar 20, 2022
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Wie geht es weiter mit den MV-Werften?

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Bei den insolventen MV-Werften gibt es noch Hoffnung. Der Bund verspricht Hilfe, fordert aber auch eine Eigenbeteiligung. Ein erstes Gespräch war wohl konstruktiv.

Im Ringen um die Zukunft der insolventen MV Werften liegt es noch am Eigentümer. Denn die Bundesregierung knüpft ihre Hilfszusagen an die Bedingung, dass der malaysisch-chinesische Hauptaktionär Genting 60 Millionen Euro zur Rettung der Werften beisteuert.

Diese Zusage ist er noch nicht eingegangen. Inzwischen hat der Insolvenzverwalter jedoch ein erstes Gespräch mit Genting geführt, das laut Hamburger Anwalt Christoph Morgen in einer „konstruktiven Atmosphäre“ stattgefunden habe, ohne weitere Details zu nennen. Weitere Gespräche sind geplant.

Der malaysisch-chinesische Konzern ist noch ein möglicher Kunde für das in Wismar gebaute Kreuzfahrtschiff „Global Dream“. Das riesige Schiff, das fast 10.000 Passagiere aufnehmen kann, ist für den chinesischen Markt konzipiert. Es ist zu etwa 75 Prozent fertig. Allerdings fehlen noch rund 600 Millionen Euro für den Weiterbau, der die Beschäftigung auf Monate sichern würde.

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat den 1900 Mitarbeitern Hilfe der Bundesregierung zugesagt. „Wir werden alles daran setzen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten Wismar, Stralsund und Rostock in dieser schwierigen Situation zu unterstützen und ihnen eine Perspektive zu geben“, heißt es in einem Brief Lindners an die Vorsitzende der Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). der Gesamtbetriebsrat, Ines Scheel.

Laut RND betonte Lindner, dass staatliche Hilfen für das Unternehmen grundsätzlich über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) hätten bereitgestellt werden können. Dies hätte jedoch eine Eigenbeteiligung des Eigentümers erfordert, was nicht geschah. Die Eigentümer und Anteilseigner waren auch nicht bereit, dem Bund ausreichende Sicherheiten zu leisten, um das Ausfallrisiko zu minimieren. „Diese ablehnende Haltung entzog weiteren staatlichen Hilfen die Grundlage“, schrieb der FDP-Politiker und nannte das Verhalten des Eigentümers „sehr bedauerlich“.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte dem Eigentümer der MV-Werften zuvor vorgeworfen, das Hilfsangebot der Bundesregierung abgelehnt zu haben, obwohl Berlin alle Register gezogen hatte, um eine Insolvenz der Werften zu vermeiden. Auch Mecklenburg-Vorpommern hat den Werften Hilfe zugesagt. Ministerpräsident Schwesig sagte, das Land könne nur helfen, wenn die Bundesregierung dasselbe tue.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, zeigte sich am Vormittag überraschend zurückhaltend. in dem Deutschlandfunk er sagte, bei großen Passagierschiffen wird sich erst nach der Pandemie zeigen, ob der Markt gesättigt ist. „Aber natürlich gibt es tolle Alternativen. So sind wir zum Beispiel beim Warentransport auch in Zukunft auf die Schifffahrt angewiesen.“ Es ist daher richtig, dass die IG Metall für den Erhalt der Werften kämpft.

Gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter soll nun geprüft werden, inwieweit das im Bau befindliche Kreuzfahrtschiff „Global One“ trotz des eröffneten Insolvenzverfahrens noch fertiggestellt werden kann. Ob die MV-Werften mit Standorten in Wismar, Rostock, Stralsund und Bremerhaven eine Zukunft haben, bleibt abzuwarten. Das Unternehmen mit 1.900 Mitarbeitern hat am Montag Insolvenz angemeldet. Hintergrund ist, dass das Kreuzfahrtgeschäft wegen der Pandemie in die Krise gerutscht ist.



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