Mittwoch, Dezember 7, 2022
StartNACHRICHTENWie kalt wird der Winter? ...

Wie kalt wird der Winter? "Charly" bringt die Sonne – dann wird es deutlich kühler

- Anzeige -


Zu warm und zu sonnig – das ist die Bilanz des bisherigen Wetterjahres. Und so soll es in den kommenden Tagen weitergehen: Es wird größtenteils ein äußerst freundschaftliches Wochenende, weiß ntv-Meteorologe Björn Alexander. Allerdings sagen nicht alle Modelle voraus, dass es so bleibt – und einige blicken sogar in Richtung Weihnachten.

Wettertechnisch dürfte dieses Jahr rekordverdächtig werden. Was bedeutet das im Einzelnen?

Das Wetterjahr 2022 war bisher außergewöhnlich sonnig und viel zu warm. Besonders März, Juni, August und Oktober waren sehr sonnig und lagen alle deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Und weil das erste Novemberdrittel bereits die Hälfte des Sonnenziels für den gesamten Monat erfüllt hat und nur der Januar der einzige Monat war, der viel zu bewölkt war, haben wir in Deutschland im laufenden Jahr bereits fast 1950 Sonnenstunden im Durchschnitt.

Wie viel Sonne haben die Spitzenreiter bisher gebracht?

In der Sonnenstatistik rangieren unter anderem das Jahr 2018 mit rund 2015 Sonnenstunden und das Jahr 2003 mit 2020 sonnigen Betriebsstunden. Das heißt: Uns fehlen in diesem Jahr nur etwa 80 Sonnenstunden. Üblich sind in Deutschland übrigens rund 1500 bis 1600 Sonnenstunden im Jahr.

Wie verhalten sich die Temperaturen im Vergleich zu den wärmsten Jahren?

Das wärmste Jahr seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen erlebten wir im sonnigen und trockenen Jahr 2018 mit gut 2,2 Grad über dem langjährigen Mittel. Das entspricht einer Durchschnittstemperatur von gut 10,4 Grad. Heuer liegen wir aktuell bei einer Durchschnittstemperatur von 11,8 Grad. Auf das ganze Jahr gerechnet entspricht dies einer positiven Abweichung von 2,5 Grad.

Das klingt nach einem großen Vorsprung.

Es ist halt wie es ist. Entscheidend ist aber natürlich, wie die kommenden Wochen temperaturtechnisch verlaufen werden. Eine massive Kältesituation könnte immer noch einen ordentlichen Abwärtseffekt haben.

Ist eine solche Kältewelle absehbar?

Zunächst einmal – und das gilt bis etwa Mitte des Monats – wird es viel zu warm bleiben. Dann spielen die Wettercomputer immer wieder mit dem Gedanken, dass in Sachen Winter etwas passieren kann.

Welche Berechnungen stehen im Raum?

Einige der Prognosen besagen derzeit, dass es von Nordosten und Osten zunächst in Osteuropa und dann auch hier in Deutschland merklich kühler wird. Auch die ersten Schneeflocken bis ins Flachland wären also möglich.

Auch bei Frost?

Wenn das tatsächlich so ist, dann werden die Nächte definitiv zunehmend frostiger. Und auch tagsüber prognostizieren einige Wettercomputer bereits für Ende November leichten Dauerfrost im Flachland.

Bleibt der Dezember so kalt?

Die experimentellen Langzeitberechnungen schätzen den Dezember 2022 derzeit um etwa ein Grad zu warm ein. Entsprechend würde es nach dem Monatswechsel zunächst wieder milder. Spannend ist aber, dass es aktuelle Berechnungen gibt, die um den 20. Dezember herum einen weiteren Wintervorstoß zeigen. Es wäre sogar denkbar, dass es auf dem Festival schneien würde – wenn das tatsächlich passieren würde. Denn es ist noch ein weiter Weg.

Von fernen Wintermomenten bis zu nahen Kälteeinbrüchen: Wo ist es jetzt wirklich kalt?

Zum Beispiel in Nordamerika. Der Nordwesten der USA und weite Teile Kanadas erleben derzeit den ersten richtigen Kaltluftschub der Saison. Mit teilweise eisigen Nächten und Werten bis minus 20 Grad sowie klirrend kaltem Wind, Schnee und teilweise sogar sturmartigen Bedingungen. Der Kältepol wandert zu Beginn der neuen Woche über den Mittleren Westen an die Ostküste; wo die Kälte im Osten viel zahmer ankommt.

Gleichzeitig wütet ein Hurrikan über Florida – ein extremer Wetterkontrast, nicht wahr?

Viel kontrastreicher geht es wirklich nicht. Hurrikan „Nicole“ landet an der Ostküste Floridas, bringt in schwüler Sommerluft Orkanböen und meterhohe Wellen mit Spitzen von lokal über 200 Liter Regen pro Quadratmeter, während in Montana, Idaho, Wyoming der tiefste Winter ausbricht und Norddakota. Eine absolut eklatante bis explosive und teilweise gefährliche Großwetterlage.

Wie wird sich die Wetterlage in Deutschland in den kommenden Tagen entwickeln?

Hoch „Charly“ übernimmt und wettertechnisch liegen wir zwischen Nebel und Sonne, also zwischen grau und blau. Mit der Sonne beschert uns das ruhige Novemberwetter am Wochenende Höchstwerte von bis zu 17 Grad. Wo Nebel und Hochnebel hingegen zäher anhalten, endet es bei 7 bis 11 Grad.

Und nachts?

Uns sind einstellige Tiefstwerte zu erwarten und in der Mitte und im Süden ist gebietsweise mit leichten Frösten oder Bodenfrost zu rechnen. Stellenweise ist Frost nicht auszuschließen – insbesondere auf Brücken, an Bahnübergängen oder im Bereich von Waldlichtungen. Zudem werden in der südlichen Hälfte auch dichte Nebelfelder mit Sichtweiten unter 100 Metern bevorzugt.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare