Samstag, Juni 25, 2022
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Wie Serbien um Putins Russland buhlt

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Dies war auch am Tag nach dem Angriff auf die Ukraine sichtbar, wie „Balkan Insight“ berichtete. Eine Zeitung titelte: „Russischer Staatsstreich als Reaktion auf Nato-Drohungen“. Ein anderer schrieb, dass Putin die Ukraine entmilitarisieren und entnazifizieren wolle, und rief den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an. Eine andere Zeitung titelte wenige Tage vor dem Einmarsch: „Ukraine greift Russland an.“ Kritische Zeitungen kritisierten dagegen das Schweigen der serbischen Führung.

Auch das gesellschaftliche Klima spiegelt sich in Umfragen wider: Nur noch 40 Prozent der Serben sind für einen Beitritt zur Europäischen Union, 80 Prozent sind dagegen, Russland mit Sanktionen zu bestrafen.

Vučić ist jedoch pragmatisch genug, den Westen nicht verprellen zu wollen. Einige der von ihm abhängigen Boulevardzeitungen dürfen sich gelegentlich russlandkritisch äußern. Energieministerin Zorana Mihajlovic, die dem pro-westlichen Flügel ihrer SNS-Partei nahesteht, meidet den Begriff „Sanktionen“, sagt aber: „Wir sollten alles daran setzen, Mitglied der EU zu werden. Das bedeutet sicherlich auch das innerhalb.“ bestimmte Maßnahmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums.“

Letztlich versucht Vučić mit seiner Schaukelpolitik zwischen der EU und Russland durchzukommen. Der Auswärtige Dienst der EU kam diese Woche in einem vertraulichen Papier, über das Radio Free Europe berichtete, zu demselben Schluss. Sein Fazit: Vučić werde „Serbien mit einer Politik der kleinen Schritte näher an den Westen bringen“. „Ziel ist es, den endgültigen Bruch mit Russland hinauszuzögern und mit künftigen außenpolitischen Manövern möglichst viele politische und wirtschaftliche Zugeständnisse zu erwirken.“

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