Freitag, Oktober 7, 2022
StartNACHRICHTENWie wird Putin reagieren? US-Vertreter: "Die Russen sind in Schwierigkeiten"

Wie wird Putin reagieren? US-Vertreter: "Die Russen sind in Schwierigkeiten"

- Anzeige -


Im Krieg gegen Russland geht die Ukraine in die Offensive. Es ist jedoch unklar, ob ihre jüngsten Erfolge die Wende des Krieges markieren werden. Laut einem Zeitungsbericht halten sich US-Beamte mit einer Stellungnahme zurück: Vieles hänge jetzt von der Reaktion des russischen Präsidenten ab.

Nach der erfolgreichen Gegenoffensive der Ukraine im Raum Charkiw sehen US-Beamte Anzeichen für einen möglichen Wendepunkt im Krieg gegen Russland. Gleichzeitig wächst der Druck auf Moskau, Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Vorstöße der Ukrainer zu verhindern, berichtet die Washington Post unter Berufung auf Vertreter der USA und anderer westlicher Länder, die über Geheimdienstinformationen verfügen.

Beamte werden mit der Aussage zitiert, dass viel von den nächsten Schritten des russischen Präsidenten Wladimir Putin abhänge. Diese könnte beispielsweise eine Generalmobilmachung einleiten oder Verstärkung aus anderen Landesteilen anfordern, um die hohen Verluste in der Ukraine auszugleichen. „Die Russen sind in Schwierigkeiten“, sagte ein US-Beamter. „Die Frage wird sein, wie die Russen reagieren werden. Aber ihre Schwächen wurden offengelegt und sie haben keine großen Reserven an Personal oder Ausrüstung.“

Die Quellen halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass Russland nun chemische oder taktische Nuklearwaffen einsetzen könnte. Denn trotz aller Mängel können sich die Russen noch neu formieren und hart zurückschlagen. „Sicherlich ist es ein militärischer Rückschlag“, sagte ein US-Beamter. Allerdings sei er sich nicht sicher, ob man von einem „strategischen Großschaden“ sprechen könne. Russland besetzt noch immer große Gebiete in der Ost- und Südukraine, darunter die strategisch wichtigen Städte Mariupol und Cherson.

Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Ukraine in ihrer Gegenoffensive seit Anfang September 6.000 Quadratkilometer ehemals von Russland besetzte Gebiete zurückerobert. Die Soldaten hätten dieses Gebiet im Süden und Osten „befreit“ und würden „weiter vorrücken“, sagte Zelenskyj in seiner Videoansprache. In den vergangenen Tagen hatte die Ukraine die Städte Isjum, Kupyansk und Balakliya in der nordöstlichen Region Charkiw zurückerobert.

Militärexperte Thomas Wiegold zeigte sich im Gespräch mit ntv überrascht über das schnelle Vordringen der Ukrainer, mahnte aber auch zur Vorsicht. Bisher hat die Ukraine nur einen kleinen Teil der von Russland besetzten Gebiete zurückerobert. „Die Frage wird sein, kann die Ukraine mit dieser Geschwindigkeit Schritt halten und weitermachen?“ Ob die ukrainischen Truppen und das Material dafür ausreichen, ist unklar.

Andererseits sei aber auch ein „Kaskadeneffekt“ möglich, so Wiegold. Mit der Stadt Kupjansk hatten die Ukrainer einen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt erobert. Und Russland sei bei der Versorgung und beim Truppeneinsatz stark von der Eisenbahn abhängig, so der Experte. Daher könne die Eroberung von Kupjansk „weit über diesen Frontabschnitt hinaus bis zum Donbass, vielleicht sogar bis in den Süden von Bedeutung sein“. Dennoch äußerte Wiegold Bedenken, ob dies tatsächlich ein Wendepunkt im Kriegsverlauf sei. „Wir müssen noch ein bisschen warten.“

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare