Freitag, August 12, 2022
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Windkraftanlagenhersteller Siemens Gamesa senkt Prognose erneut

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Die europäische Windindustrie befindet sich weiterhin in einer schwierigen Zeit. Der Windkraftanlagenhersteller Siemens Gamesa hat seine Jahresprognose noch einmal reduziert. Das sind auch schlechte Nachrichten für den Mutterkonzern Siemens Energy.

Siemens Gamesa kann seine bereits gesenkten Ergebnisziele für das laufende Jahr nicht einmal erreichen. Das teilte das deutsch-spanische Unternehmen, das mehrheitlich zu Siemens Energy gehört, heute Morgen mit.

Siemens Gamesa erwartet für das laufende Jahr eine Rendite von minus 5,5 Prozent. Bisher hatte das Unternehmen mit minus vier Prozent gerechnet. Der Umsatz soll im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent zurückgehen. Im abgelaufenen Quartal schrumpfte der Umsatz nach Unternehmensangaben auf 2,44 Milliarden Euro von 2,7 Milliarden im Vorjahr. Der Nettoverlust stieg von 314 Millionen Euro auf 446 Millionen Euro.

Die Nachricht belastete heute Morgen auch die Aktien des Mutterkonzerns Siemens Energy, die rund vier Prozent verloren. Ein Händler sah bei der Windkraft-Tochter „anhaltend unterirdische Ziele“ und „katastrophale Aussichten“.

Siemens Gamesa leidet weiterhin unter mehreren Problemen. Die Herstellung von Masten und Flügeln für Windkraftanlagen ist für Hersteller in den letzten Jahren aufgrund des harten internationalen Wettbewerbs, Lieferschwierigkeiten im Zuge der Corona-Pandemie und auch aufgrund steigender Metallpreise deutlich weniger lukrativ geworden. Das zeigten zuletzt auch die Geschäftszahlen des dänischen Weltmarktführers Vestas, der sinkende Gewinne meldete.

Auch Siemens Gamesa hat Probleme bei der Entwicklung und Vermarktung seiner neuen Windturbinen-Generation 5.X. Die Turbine soll in Onshore-Windparks eingesetzt werden.

Der DAX-Konzern Siemens Energy besitzt zwei Drittel des Herstellers von Windkraftanlagen und will die restlichen Anteile für 18,05 Euro je Aktie übernehmen. Danach soll Siemens Gamesa von der Börse genommen und in den Konzern integriert werden.

Gut möglich, dass die Belegschaft bei Siemens Gamesa im Zuge der geplanten Integration zunächst reduziert wird. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf Insider, Siemens Gamesa erwäge den Abbau von rund 2.500 Stellen. Ziel sei es, Verluste auszugleichen, die den Großaktionär Siemens Energy zu einem Übernahmeangebot veranlasst hätten, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Montag. Welche Sparten und Regionen betroffen sein könnten, ist noch unklar. Siemens Gamesa lehnte eine Stellungnahme ab, und auch Siemens Energy lehnte eine Stellungnahme zu den operativen Schwierigkeiten des Windenergieunternehmens ab.

Die geringen Wachstumsraten von Onshore-Windenergieanlagen in Deutschland bleiben ein Problem für die Branche. Nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie wurden im ersten Halbjahr 2022 238 neue Windenergieanlagen mit einer Leistung von 977 Megawatt installiert, etwa so viele wie im Vorjahreszeitraum. Im Jahr 2017 wurden Onshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 5333 Megawatt in Betrieb genommen.



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Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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