Dienstag, Oktober 19, 2021
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Woelki macht Pause bis Ostern Die Zahl der Kirchenaustritte in Köln steigt rasant

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Während Kardinal Woelki aus Köln eine fünfmonatige Pause einlegen will, um über den Missbrauchsskandal nachzudenken und zu beten, gehen viele Kirchenmitglieder für immer weg. Die Zahl der Kirchenausgänger in der Domstadt hat sich noch einmal deutlich beschleunigt.

Die Zahl der Kirchenaustritte in Köln ist wieder auf hohem Niveau gestiegen. Im dritten Quartal dieses Jahres verzeichnete das Amtsgericht Köln 6.170 Personen, die der Kirche den Rücken gekehrt haben. Im zweiten Quartal dieses Jahres gab es 5823 und im ersten Quartal 3346 Abfahrten. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2020 lag die Zahl der Kirchenaustritte 2011 bei rund einem Drittel der aktuellen Zahl.

Wie sich die Entnahmen auf die Stückelungen verteilen, wird vom Gericht nicht festgehalten. Doch gerade das katholische Erzbistum Köln steckt seit einem Jahr in der Krise. Auslöser für den Vertrauensverlust war die Tatsache, dass Kardinal Rainer Maria Woelki sich zunächst weigerte, ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsvorwürfen zu veröffentlichen, für das er rechtliche Gründe anführte. Der daraus resultierende Konflikt führte zu einer Entfremdung zwischen dem Kardinal und allen wichtigen Organen der Diözese. Im vergangenen Monat entschied Papst Franziskus, dass Woelki trotz „großer Fehler“ im Amt bleiben könne.

Am Ende verteidigte der Vatikan den Kardinal in einer Stellungnahme gegen den Vorwurf, Defizite im Umgang mit sexuellem Missbrauch vertuscht zu haben. Allerdings hieß es auch: „Dennoch hat Kardinal Woelki beim Umgang mit dem Thema Verarbeitung insgesamt große Fehler gemacht, insbesondere auf der Ebene der Kommunikation.“

Woelki selbst bat den Papst Ende September um eine „geistige Pause“ von fünf Monaten. In einer Videobotschaft sagte der Kardinal am 26. Radio, in dem der Kleriker sprach, sendet regelmäßig Nachrichten an Gläubige.

An gleicher Stelle werde er sich noch einmal melden, um sich dann zu verabschieden, kündigte Woelki an – „bis zum Beginn der Osterbußzeit“. „Dann werde ich meinen Dienst mit voller Kraft wieder aufnehmen, um mit Ihnen an der Zukunft unserer Kölner Kirche zu arbeiten“, sagte er. Darauf freut er sich schon. Woelkis Abschied von seiner „Aufschub“ steht noch aus.

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