Samstag, Mai 21, 2022
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Zahlung für Mai ausstehend Russisches Unternehmen stellt Strom für Finnland ein

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Russland empfindet den gestrigen Schritt der finnischen Regierung in Richtung Nato als Bedrohung. Am Abend wird über einen Stopp der Gaslieferungen spekuliert. Nun stoppt ein russisches Energieunternehmen seine Stromlieferungen. Grund ist eine nicht geleistete Zahlung.

Inmitten der Spannungen über eine mögliche NATO-Mitgliedschaft Finnlands stoppt ein großes russisches Elektrizitätsunternehmen die Stromversorgung des Nachbarlandes. Das teilte das Energieunternehmen RAO Nordic Oy mit. Die in Helsinki ansässige Tochtergesellschaft des russischen Konzerns InterRAO sagte, sie habe noch keine Zahlung für den im Mai verkauften Strom erhalten. Sie kann daher die Rechnungen für die Stromimporte nicht bezahlen.

„Diese Situation ist außergewöhnlich und zum ersten Mal in unserer mehr als zwanzigjährigen Handelsgeschichte aufgetreten“, so das Unternehmen weiter. Sie hofft, dass sich die Lage „bald“ bessert und der Handel wieder aufgenommen werden kann.

Nach Angaben des finnischen Netzbetreibers Fingrid sollen die Stromlieferungen ab Samstag um 1 Uhr (Ortszeit) bis auf Weiteres eingestellt werden. Grund sei, dass das russische Unternehmen seit dem 6. Mai keine Zahlungen über die Energiebörse Nord Pool erhalten habe, sagte Fingrid unter Berufung auf die Aussage von Inter RAO. Fingrid ist nicht für die Zahlungen verantwortlich und betonte, dass die Stromversorgung in Finnland nicht gefährdet sei. Energie aus Russland macht etwa zehn Prozent des Gesamtverbrauchs aus und kann durch Importe aus Schweden und teilweise durch heimische Stromerzeugung kompensiert werden.

Der finnische Staatschef sagte am Donnerstag, Finnland solle angesichts des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine „sofort“ die Nato-Mitgliedschaft beantragen. Nach Jahrzehnten der Militärbündnisneutralität ist dies für Helsinki ein grundlegender verteidigungspolitischer Richtungswechsel.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte daraufhin, Russland werde eine Mitgliedschaft Finnlands im westlichen Militärbündnis „definitiv“ als Bedrohung ansehen. Das russische Außenministerium sagte, Moskau fühle sich gezwungen, „militärisch, technisch und auf andere Weise“ zu reagieren.

Danach wurde am selben Abend über eine Einstellung der Gaslieferungen spekuliert. Laut einer Zeitung wurden hochrangige finnische Politiker nach dem Wechsel zur Nato darüber informiert, dass Russland am Freitag die Erdgaslieferungen einstellen könnte. Die Zeitung „Iltalehti“ bezog sich auf nicht näher genannte Quellen. Zwar stammt der Großteil des in Finnland verbrauchten Erdgases aus dem Nachbarland. Gas trägt jedoch nur fünf Prozent zum finnischen Energiemix bei.

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