Donnerstag, Januar 20, 2022
StartNACHRICHTENZu "Hölle"Stellungnahme der äthiopischen Regierung widerspricht der Kritik der WHO

Zu "Hölle"Stellungnahme der äthiopischen Regierung widerspricht der Kritik der WHO

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Die Weltgesundheitsorganisation kämpft seit mehr als sechs Monaten um den Zugang zum Krisengebiet Tigray. Tedros Adhanom Ghebreyesus bezeichnete die humanitäre Situation dort kürzlich als „Hölle“. Die äthiopische Regierung wirft dem WHO-Chef nun vor, Falschinformationen zu verbreiten.

Nach Angaben der Vereinten Nationen gehen die letzten Essensrationen für unterernährte Kinder und hungernde Erwachsene im Norden Äthiopiens zur Neige. Das Welternährungsprogramm (WFP) kann seit Dezember aufgrund intensiver Kämpfe in der Region Tigray nicht liefern. „Wir stehen am Rande einer humanitären Katastrophe“, sagte WFP-Ostafrika-Direktor Michael Dunford.

Die Regierung in Addis Abeba wehrte sich gegen Kritik des Chefs der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Er hatte die Zustände dort als „Hölle“ bezeichnet und der Regierung vorgeworfen, den rund sieben Millionen Menschen in Tigray mit einer Blockade gezielt Nahrungsmittel und Medikamente vorzuenthalten. Die Regierung warf Tedros, der aus der Region stammt, vor, sich in innere Angelegenheiten einzumischen, die Zahl der Bedürftigen zu erhöhen und Mitglied der Tigray People’s Liberation Front (TPLF) zu sein.

Der blutige Konflikt begann im November 2020. Die zwei Jahre zuvor angetretene Zentralregierung wollte die in Tigray regierende TPLF stürzen. Diese hatte zuvor ganz Äthiopien beherrscht. Der Vielvölkerstaat in Ostafrika mit 115 Millionen Einwohnern droht an den Kämpfen zu zerfallen. Laut WFP benötigen 9,4 Millionen Menschen in Tigray und angrenzenden Regionen Nahrungsmittelhilfe. Auch in anderen Teilen Äthiopiens sind Menschen auf Hilfe angewiesen, doch dem WFP fehlten bald die finanziellen Mittel, um helfen zu können.

Das UN-Menschenrechtsbüro berichtete in Genf von schweren Zerstörungen in Tigray durch äthiopische Militärangriffe. Seit Jahresbeginn sind dort mindestens 108 Menschen gestorben. Allein am Montag wurden 17 Menschen, überwiegend Frauen, bei einem Drohnenangriff auf eine Mühle getötet. Das Menschenrechtsbüro forderte die Regierung auf, das Völkerrecht einzuhalten und Zivilisten vor Angriffen zu schützen.

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