Dienstag, Juni 28, 2022
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Zu wenig Blutspenden: DRK warnt vor fehlenden Reserven

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In Deutschland wird zu wenig Blut gespendet. In den Krankenhäusern besteht derzeit – auch bedingt durch die stabilen Corona-Zahlen – ein erhöhter Bedarf. Für eine gute Versorgung müsste sich der Anteil der Stammspender verdoppeln.

Täglich werden in Deutschland rund 14.000 Blutpräparate zur Versorgung von Patienten benötigt. Doch in den Blutbanken herrscht massiver Mangel – und in den Krankenhäusern wird gerade genug Blut benötigt.

Auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie mussten in vielen Kliniken nicht unbedingt notwendige Operationen verschoben werden. Sie würden nun nachgeholt – und das bedeute einen erhöhten Bedarf an Blutkonserven, sagte ein Sprecher des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Noch:

Die immer dringend benötigten Blutspenden gingen derzeit noch weiter zurück, teilweise um bis zu 30 Prozent, teilte das DRK mit. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

Ein Grund ist die Reise- und Ferienzeit im Sommer. Potenzielle Spender seien dann einfach nicht verfügbar, so der DRK-Sprecher. Ein weiterer Grund: Während der Pandemie samt Lockdowns und stark eingeschränktem Zugang zu Kliniken sind die Spenden zurückgegangen. Auch gab es laut DRK zahlreiche Erstspender, die während der Pandemie insbesondere Risikogruppen entlastet hätten. Doch diese jungen Spender müssen nun zurückgeholt und zum regelmäßigen Spenden überredet werden.

Was für den Mangel an Blutspenden auch eine Rolle spielt, ist der demografische Wandel in Deutschland. Zum einen sind Blutspenden nur bis zu einem bestimmten Alter möglich. Stammspender sind durch diese Begrenzung irgendwann nicht mehr verfügbar. Andererseits wächst mit der Gruppe der älteren Menschen auch der Bedarf an Blutpräparaten.

„Wir brauchen jetzt eine Trendwende, um einen schweren Ernstfall abzuwenden“, warnte der DRK-Sprecher. Derzeit spenden bundesweit nur etwa drei Prozent aller potenziellen Blutspender regelmäßig. Laut DRK müssten es mindestens sechs Prozent sein, um den Bedarf langfristig ausreichend zu decken. Ein bis zwei Blutspenden im Jahr wären hilfreich.

In Deutschland kann jeder zwischen 18 und 68 Jahren spenden. Ausnahmen gibt es beispielsweise bei bestimmten Erkrankungen, während der Schwangerschaft oder nach Reisen in bestimmte Gebiete, in denen die Gefahr einer Ansteckung mit Krankheiten wie Malaria besteht. Auch nach einer Corona-Infektion kann Blut erst zwei Wochen nach Genesung gespendet werden.

Innerhalb eines Jahres dürfen Frauen viermal und Männer sechsmal Blut spenden. Zwischen zwei Spenden müssen mindestens acht Wochen liegen, vor allem weil der Körper den Eisenverlust durch die Spende ausgleichen muss. Dies dauert in der Regel etwa zwei Monate, bei Frauen manchmal etwas länger.

Aus einer Spende können in der Regel drei sogenannte Blutpräparate gewonnen werden – aus den Spenden werden neben den roten Blutkörperchen auch Blutplättchen und Blutplasma gewonnen. Mit einer Spende kann bis zu drei Menschen geholfen werden, die auf solche Präparate angewiesen sind. Allerdings halten Blutpräparate nur maximal 42 Tage, manche Konzentrate nur wenige Tage.



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