Freitag, Juni 24, 2022
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"Zurückholen und stärken" Putin vergleicht sich mit Zar Peter dem Großen

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Peter der Große, der ehemalige russische Zar, wäre heute 350 Jahre alt geworden. Ein Grund für Präsident Putin, sich zweifelhaft mit dem Kaiser zu vergleichen: Auch er versucht, wie damals Peter, europäisches Territorium zurückzuerobern, das Russland angeblich zusteht.

Kremlchef Wladimir Putin hat den von ihm befohlenen Krieg gegen die Ukraine mit dem Großen Nordischen Krieg unter Russlands Zar Peter I. gleichgesetzt und von einem Rückholfeldzug auf russischem Boden gesprochen. Peter eroberte das Gebiet um die heutige Metropole St. Petersburg nicht von den Schweden, sondern eroberte es zurück. „Offenbar ist es auch unser Los: sie zurückzuholen und zu stärken“, sagte Putin laut der Nachrichtenagentur Interfax und zog dabei Parallelen zum Krieg gegen die Ukraine.

Heute, am 9. Juni, jährt sich zum 350. Mal der Geburtstag von Peter dem Großen, der sich als erster russischer Zar den Kaisertitel gab und sich mit der Eroberung Nordrusslands den Zugang zur Ostsee – als sogenanntes „Fenster zu Europa“. Seitdem habe sich fast nichts geändert, behauptete Putin in einem Gespräch mit jungen Unternehmen im Vorfeld des St. Petersburg International Economic Forum.

Schon damals erkannte kein europäischer Staat das Gebiet als russisch an. „Neben den finno-ugrischen Stämmen leben dort seit Jahrhunderten auch Slawen“, sagte der Kreml-Chef. Einerseits rechtfertigte Putin den Krieg gegen die Ukraine mit einer angeblichen Unterdrückung der russischsprachigen Bevölkerung im Land. Andererseits sprach er der Ukraine auch das Existenzrecht ab und beanspruchte den Besitz großer Teile des Landes, die historisch unter russischer Herrschaft standen.

Als fürsorglicher Vater des Landes präsentiert sich Putin alljährlich in der traditionellen TV-Bürgerfragestunde „Der direkte Draht“. In diesem Jahr findet sie allerdings nicht wie so oft im Juni statt. Die Vorbereitungen für die Veranstaltung seien im Gange, aber es gebe noch kein konkretes Datum, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow nach Angaben der Agentur Interfax. Er schloss jedoch aus, die Veranstaltung im Juni durchzuführen. In den letzten Jahren fand die Fragestunde immer im Juni statt – mit einer Ausnahme im Covid-Jahr 2020.

„The Direct Line“ ist eine mehrstündige Live-Sendung, in der russische Bürger dem Kremlchef ihre persönlichen Anliegen schildern können. In den meisten Fällen verspricht Putin den Anrufern oder Zuschauern, dass sie die anstehenden Probleme lösen werden – seien es ausstehende Gehaltszahlungen, Straßenreparaturen oder der fehlende Anschluss an das Gasnetz. In der Vergangenheit wurden aber auch einige politische Fragen gestellt.

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