Samstag, Oktober 1, 2022
StartNACHRICHTENZweiter Schütze in Dortmund? Die Ermittler beschlagnahmen die Waffe des Kommandanten

Zweiter Schütze in Dortmund? Die Ermittler beschlagnahmen die Waffe des Kommandanten

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Die Ermittlungen zum Tod eines 16-Jährigen in Dortmund bringen immer wieder neue Ermittlungsansätze ans Licht. Jetzt wird die Waffe des Kommandanten beschlagnahmt. Es soll überprüft werden, ob daraus Schüsse abgefeuert wurden. Zudem müssen fünf Beamte ihre Handys abgeben.

Im Fall eines 16-jährigen Flüchtlings, der in Dortmund durch Polizeischüsse getötet wurde, wurde nun auch die Waffe des diensthabenden Beamten beschlagnahmt. Dies erklärte Innenminister Herbert Reul vor dem Innenausschuss des Landtags. Ein einziger Zeuge sagte aus, dass der Kommandant ebenfalls geschossen habe. Laut Durchsuchungsbeschluss wurden am 14. September auch die Mobiltelefone aller fünf beschuldigten Beamten beschlagnahmt.

Laut einem schriftlichen Bericht der Justizministerin an den Landtag wurde die Waffe des Einsatzleiters „aus äußerster Vorsicht“ beschlagnahmt. Es müsse untersucht werden, ob die sichergestellten Patronenhülsen von der Waffe stammen könnten. Bisher gehen die Ermittler davon aus, dass die sechs Schüsse aus der Maschinenpistole eines jungen Polizisten stammten, der als Sicherheitsschütze eingesetzt worden war. Vier Geschosse trafen den 16-Jährigen, der kurz darauf in einer Klinik starb.

Die Handys wurden beschlagnahmt, weil laut Justizministerium die „begründete Vermutung“ bestand, dass sich die Beteiligten per Whatsapp oder SMS ausgetauscht hätten. Konkret geht es um ein Treffen mit dem Dortmunder Polizeipräsidenten zwei Tage nach den tödlichen Schüssen, also am 10. August. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass sich die an dem Einsatz beteiligten Polizisten im Nachhinein und später gegenseitig Nachrichten zuschickten. Daher sollten nun die SMS- und Chatverläufe ausgelesen werden.

Die Staatsanwaltschaft leitete zunächst nur ein Verfahren gegen den Schützen ein und erweiterte die Ermittlungen später auf vier weitere Beamte – darunter den Einsatzleiter. Im Innenausschuss prüfte die Opposition Reul erneut wegen der Frage, wie der 16-Jährige das Messer in der Hand gehalten habe. Reul beharrte darauf, dass er es auch nicht wisse und dass die Ermittlungen noch andauern. Entscheidend ist die Messerfrage: Die Polizei war in die Jugendhilfeeinrichtung gerufen worden, weil der Flüchtling aus dem Senegal mit dem Messer in der Hand mit Selbstmord gedroht hatte.

Nach dem bekannten Ermittlungsstand schoss die Polizei auf den 16-Jährigen zunächst mit Pfefferspray, dann mit zwei Tasern. Beides funktionierte nicht, der Teenager ging mit einem Messer in der Hand auf die Beamten zu. Einem Medienbericht vom Montag zufolge habe der 16-Jährige das Messer nur auf sich und den Boden gerichtet. Er habe diese Informationen nicht, behauptete Reul.

Leo V.
Leo V.
Ich arbeite seit ca. 4 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik, Unterhaltung, Technik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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