Mittwoch, September 28, 2022
StartSPORTAbschied von der Tennislegende: Roger Federer, der König der Herzen

Abschied von der Tennislegende: Roger Federer, der König der Herzen

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Die Rekordlisten werden mittlerweile von anderen angeführt, doch kein Tennisspieler wird weltweit so geliebt wie Roger Federer. Da? Eine Spurensuche.

Der frühere US-Tennisspieler Andre Agassi hat einmal beschrieben, warum die Frage nach dem Karriereende für Leistungssportler so besonders belastend ist: „Wenn man aufhört, geht man mit der Gewissheit davon, dass man das in seinem ganzen Leben nie wieder tun wird etwas wie das. „

Viele Sportler verpassen den richtigen Moment und kämpfen. Roger Federer hingegen scheint nach seiner Entscheidung mit sich im Reinen zu sein. Nach 23 Jahren als Profi, 20 Grand-Slam-Titeln, 310 Wochen als Nummer eins und zahlreichen weiteren Rekorden hört der heute 41-jährige Schweizer mit einem letzten Auftritt am Laver Cup in London an diesem Freitag auf, Profi zu sein.

Und er wird von Millionen von Fans vermisst werden, für die Federer der größte Spieler aller Zeiten ist und bleiben wird, obwohl Rafael Nadal und Novak Djokovic mehrere Grand-Slam-Trophäen gewonnen haben. Aber niemand verkaufte mehr Tickets, der Applaus in allen Stadien der Welt war frenetisch, der Jubel heißer. Niemand wurde mehr geliebt als Federer. Er ist der unbestrittene König der Herzen.

Aber wieso? Erstens hat es damit zu tun, wie Federer Tennis spielt. Diese leichte Eleganz und Erhabenheit, mit der er sich auf dem Platz bewegt, erinnert an die Pionierzeit des Sports und ist ein Sinnbild ästhetischer Perfektion. Der amerikanische Schriftsteller David Foster Wallace beschrieb Federers Spiele sogar als „religiöse Erfahrung“.

Aber abseits des Platzes schwebt Federer vor allem nicht, auch wenn es sich um ein globales Massenphänomen handelt. Ein Weltstar, auf Augenhöhe mit Staatsmännern und Adligen, und doch wirkt er immer wie der Gute von nebenan.

Wer ihm begegnet, erlebt einen offenen, eloquenten Menschen, der etwas sehr Bindendes hat und dadurch so nahbar wirkt. Es gibt jedem das Gefühl, wichtig zu sein. Es ist im Hier und Jetzt immer voll präsent. Ob auf dem Platz, bei den Fans oder beim Medienmarathon.

Sein Gedächtnis für Gesichter ist beeindruckend, er weiß immer, wer sein Gegenüber im Raum ist. Und er behandelt alle mit dem gleichen Respekt, der gleichen Geduld. Er lebt die Werte, die ihm seine Familie vermittelt hat. Das ist keine Maskerade. Nach schweren Niederlagen oder großen Siegen ließ er seine Tränen fließen, und die Fans weinten mit ihm.

Jedem, dem er zum ersten Mal begegnet, stellt er sich mit freundlichem Namen und Handschlag vor, als wüsste nicht schon jeder, wer er ist. Aber das kommt Federer gar nicht in den Sinn. Er ist immer noch erstaunt, dass er so oft abseits des Tennisplatzes erkannt wird.

Natürlich ist Federer auch nicht immer nett. Aber er schafft es, in allem, was er sagt und tut, authentisch zu wirken. Djokovic hat das nie getan. Noch heute leidet der Serbe darunter, Federer fast vergöttert sehen zu müssen.

Skandale werde man beim Schweizer nicht finden, zu politischen Themen außerhalb des Sports habe er sich nie geäußert. Bleiben Sie neutral. Er war das Gesicht und Herz des Tennis, jetzt ist er weg und die Herzen vieler sind gebrochen. Es gibt keinen zweiten Federer. Aber er selbst hat diesen Mythos nie geglaubt.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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