Samstag, Mai 21, 2022
StartSPORTAngst vor Hoffnung

Angst vor Hoffnung

- Anzeige -


Der Klassenerhalt schien nahezu unmöglich. Doch dank der eigenen guten Ergebnisse und der Hilfe der Konkurrenz hofft der VfB Stuttgart wieder. Eine falsche Hoffnung?

0:2 um

Hertha BSC. Vier Punkte Rückstand auf Platz 15. Schlechteste Saisonleistung.

Wer am 24. April dieses Jahres den VfB aus Stuttgart unterstützte, wurde an diesem Sonntag bitter enttäuscht. Die deutliche und verdiente Pleite der fußballerisch begrenzten Hertha schmälerte drei Spieltage vor Saisonende die Hoffnungen auf einen direkten Klassenerhalt. In solch einer fatalen Form wäre der VfB selbst in der Relegation gegen einen Zweitligisten Außenseiter.

Knapp drei Wochen später sieht die Welt zumindest etwas rosiger aus, was einmal mehr beweist, wie schnelllebig das Fußballgeschäft sein kann.

Der VfB Stuttgart hat es tatsächlich geschafft, sich vor dem letzten Bundesliga-Spieltag der Saison in eine Position zu bringen, in der er noch Platz 15 erreichen kann. Dank eines glücklichen Punktgewinns gegen Wolfsburg und eines verdienten Punktes in München. Und dank der freundlichen Hilfe von Hertha, die Ende April fast sicher schien, wach zu bleiben.

Und auch beim großen Saisonfinale am Wochenende ist das BSC-Ergebnis für den VfB sehr wichtig. Die Ausgangslage ist klar: Der VfB muss den 1. FC Köln zu Hause schlagen, während die Berliner beim BVB nicht punkten dürfen. Nur dann hätte Stuttgart den Klassenerhalt geschafft. Sicherlich nicht die besten Voraussetzungen für einen letzten Spieltag – und doch mehr, als sich die Schwaben Ende April hätten vorstellen können.

Jetzt ist sie da: die Angst vor der Hoffnung. Die trügerische Sehnsucht, möglich zu machen, was noch vor wenigen Wochen unmöglich schien. Es mag absurd klingen, aber diesen „Kampf um den Abstieg“ prophezeite der Stuttgarter Kaderplaner Sven Mislintat zu Beginn der Saison.

Der Weg, mit jungen Leuten ein nachhaltiges Team aufzubauen, wurde in Stuttgart konsequent weiterverfolgt. Notfalls, so betonten Mislintat und Trainer Pellegrino Matarazzo, werde es auch in der 2. Liga weitergehen.

Unpassend also, dass ausgerechnet Stuttgarts neuer Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle ein klares Bekenntnis zum Duo Matarazzo/Mislintat vermied. Nach Saisonende wolle man „in die Analyse gehen, den Saisonverlauf betrachten und in die Zukunft blicken“. Keine glückliche Aussage vor dem wohl wichtigsten Spiel der Saison.

Wehrles Vorgänger Thomas Hitzlsperger, nach seinem Meistertreffer 2007 eine Ikone des VfB, hatte bis zu seinem Abgang im März immer hinter seinem Aufstiegsduo gesessen. Aber er ist nicht mehr da.

Auch wenn derzeit kaum jemand auf der Mercedesstraße glaubt, dass man sich für die neue Saison, ob in der zweiten oder ersten Liga, einen neuen Trainer suchen muss, ist die Leichtigkeit der vergangenen Spielzeit verflogen.

Und Stand heute, wenige Stunden vor dem Saisonfinale gegen den 1. FC Köln (im Liveticker auf theaktuellenews), wagt niemand eine Prognose, wie es für den stolzen Traditionsklub aus Cannstatt weitergeht. Sicher ist nur: Am Neckar können am Samstag Tränen fließen. Von Glück oder Abstiegsangst.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare