Dienstag, August 9, 2022
StartSPORTBis zu 30 Kilogramm abgemagert: Wie Lara via Instagram magersüchtig wurde

Bis zu 30 Kilogramm abgemagert: Wie Lara via Instagram magersüchtig wurde

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Erst ist es nur eine Ernährungsberatung, dann wird es zur Magersucht: Der perfekte Körper auf Instagram machte Lara, 15 Jahre alt, krank. Kritiker wollen Plattformen strenger regulieren.

Lara ist 1,59 Meter groß. Ende letzten Jahres wog er noch knapp über 30 Kilogramm. Das 15-jährige Mädchen hungert seit Monaten. An manchen Tagen isst er eine Orange, an anderen nichts. „Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren, ich hasste Menschen, ich isolierte mich in meinem Zimmer“, sagt er.

Lara, die mit bürgerlichem Namen anders heißt, ist magersüchtig. Und Instagram spielt dabei eine zentrale Rolle. Schauen Sie sich zunächst die Berichte von Mädchen an, die Ernährungsratschläge geben und zu Fotoshootings gehen. „Du hast mehr Freunde, wenn du fit bist“, sagt er zwischen den Zeilen in ihren Posts. Lara beginnt Kalorien zu zählen. Ihr Limit: 1.200 pro Tag. Von Sehnsucht getrieben:

Im Dezember 2021 kommt Lara in die Klinik. Dort bleibt es fast fünf Monate. „Jede Behandlung beinhaltet, dass ich etwas tue, was ich wirklich nicht tun möchte, nämlich zunehmen“, sagt der jugendliche Psychiater Jakob Florack, der Lara behandelt. Es diagnostiziert auch eine sogenannte Körpermusterstörung: „Ich habe eine normale Figur, aber ich glaube, ich bin übergewichtig.“

Genau so sei Instagram programmiert, sagt Frances Haugen, ehemalige Facebook-Mitarbeiterin und Whistleblowerin: „Bei Instagram geht es darum, Lebensstile und Körper zu vergleichen.“ Instagram sucht nach den Schwächen der Nutzer und versucht, sie immer mehr in die Tiefen des Netzwerks zu ziehen. Die Facebook-Tochter Instagram weiß sehr genau, wie schädlich es für die psychische Gesundheit junger Nutzer ist.

Facebook-Chef Mark Zuckerburg hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Studien, die Haugen öffentlich gemacht hat und auf die er sich stützt, sind aus dem Zusammenhang gerissen. Eine Recherche der „Süddeutschen Zeitung“ mit Hilfe selbst erstellter Fake-Accounts ergab jedoch, dass Instagram Jugendliche nicht ausreichend vor Magersucht-Darstellungen schützt.

Eine Erfahrung, die auch Lara hatte. Obwohl sie seit einiger Zeit nicht mehr viele Diätberatungskonten verfolgt, schlägt sie auf ihrem Instagram immer noch Posts mit unnatürlich dünnen Mädchen vor. Markus Beckedahl, Mitbegründer der in Berlin stattfindenden Digitalkonferenz re:publica, fordert daher eine gesetzliche Regulierung sozialer Netzwerke. Unter anderem sollen Wissenschaftler Zugang zu den Daten erhalten, um die Mechanismen der Plattformen zu untersuchen.

Lara hat wieder zugenommen: elf, zwölf Kilo. Tagsüber geht er noch zur Therapie in die Klinik. Manchmal hat sie auch einen Rückfall. Dann sagt der Kopf: „Gewicht zunehmen“. Doch die Essstörung ruft: „Take off“. Es ist ein Kampf, den er gewinnen will. Es würde helfen, wenn Instagram und TikTok Magersucht-Inhalte verbieten würden. Er fragt sich: „Warum darf ich auf Instagram Menschen sehen, die wie Skelette aussehen?“

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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