Mittwoch, November 30, 2022
StartSPORTBitcoin-Mining-Studie: Virtuelles Mining wird immer klimaschädlicher

Bitcoin-Mining-Studie: Virtuelles Mining wird immer klimaschädlicher

- Anzeige -

Die Produktion der Bitcoin-Kryptowährung hat einen enormen Energieverbrauch. Auch sie nimmt seit Jahren dramatisch zu und heizt das Klima immer mehr auf.

Das Mining von Bitcoin-Kryptowährungen wird immer energieintensiver. Laut einer neuen Studie ist das Schürfen nach digitalen Münzen gemessen am Marktpreis genauso klimaschädlich wie der Abbau und die Verarbeitung von Rohöl.

Drei Wirtschaftsprofessoren der University of New Mexico in Albuquerque (USA) haben nun das Ausmaß der Klimaschäden durch das Mining von Bitcoin untersucht und im Magazin „Scientific Reports“ darüber gesprochen.

Der erste Bitcoin kam 2009 in Umlauf und ist damit die älteste Kryptowährung der Welt. Es ist auch eine der beliebtesten virtuellen Währungen auf dem Markt: Bitcoin hatte im Dezember 2021 eine Marktkapitalisierung von rund 960 Milliarden US-Dollar und einen globalen Marktanteil von rund 41 % unter den Kryptowährungen.

Bitcoins werden auch als digitales Gold bezeichnet: Wie beim Goldschürfen müssen auch virtuelle Münzen geschürft werden. Und das verschlingt Unmengen an Energie: Die Produktion basiert auf der sogenannten Blockchain-Technologie. Das bedeutet, dass alle Bitcoin-Transaktionen als kryptografisch verkettete Datenblöcke gespeichert werden.

Ein Netzwerk von Minern (Prospektoren) verifiziert jede Transaktion und stellt sicher, dass der Datenblock korrekt generiert wurde. Miner, die zuerst eine bestimmte Anzahl von Transaktionen verifizieren und den richtigen Block bereitstellen, werden mit neuen Bitcoins belohnt.

Dadurch ist ein Wettbewerb entstanden, bei dem Miner auf der ganzen Welt mit immer größer werdender Rechenleistung gegeneinander antreten, um möglichst schnell neue Elemente zur sogenannten Blockchain hinzuzufügen. Auch die Zahl der Miner steigt. Insgesamt steigt der Energiebedarf für das Bitcoin-Mining.

Das Team von Benjamin Jones hat nun den Energiebedarf für die digitale Prospektion berechnet. Demnach verbrauchten die weltweiten Bergbaubetriebe im Jahr 2020 75,4 Terawattstunden Strom. Das entspricht mehr Energie als Österreich (69,9 TWh) oder Portugal (48,4 TWh) im gleichen Jahr verbrauchten.

Die drei Forscher fanden außerdem heraus, dass für den untersuchten Zeitraum von 2016 bis 2021 die Klimaschäden pro virtueller Währung stetig anstiegen.

Die Cambridge University schätzt, dass etwa 61 % des Stroms, der zum Schürfen von Kryptowährungen wie Bitcoin verwendet wird, aus nicht erneuerbaren Energiequellen wie Kohle und Erdgas stammt.

Berechnungen von Jones und Kollegen zufolge steigt der CO2-Ausstoß pro Bitcoin stark an: Unter Berücksichtigung der globalen Positionen der Miner und des vorhandenen Strommixes setzte eine im Jahr 2021 geschürfte virtuelle Währung 126-mal mehr CO2 frei als eine der 2016 – eine Steigerung von 0,9 auf 113 Tonnen CO2 für Bitcoin in nur fünf Jahren.

Der globale Klimaschaden von Bitcoin über den Untersuchungszeitraum von 2016 bis 2021 wird auf insgesamt 12 Milliarden US-Dollar geschätzt. Nach Angaben der Autoren übertrafen sie im Jahr 2020 den Marktpreis der geschürften Münzen in mehr als einem Drittel der Tage. Die Klimaschäden erreichten im Mai 2020 mit 156 % des Preises der Münze ihren Höhepunkt. Somit war jeder Dollar des Marktwerts von Bitcoin, der in diesem Monat geschaffen wurde, für 1,56 $ an globalen Klimaschäden verantwortlich. Zu diesem Zeitpunkt war der Wert von Bitcoin jedoch gerade dramatisch gefallen.

Abschließend verglichen die Forscher die durch Kryptowährung verursachten Klimaschäden mit den Schäden, die durch andere Produkte verursacht wurden. Laut der Studie betrug der durch Bitcoin verursachte Klimaschaden von 2016 bis 2021 im Durchschnitt 35 % des Marktwerts. Das Schürfen von Kryptowährung ähnelt damit anderen energieintensiven und stark klimaschädlichen Prozessen wie der Rindfleischproduktion (33 %), der Stromerzeugung aus Erdgas (46 %) oder der Benzinherstellung aus Erdöl (41 %).

Der Goldabbau hingegen erzeugt nur 4 % seines Marktwerts an Klimaschäden. Laut den Wissenschaftlern soll der Anteil erneuerbarer Energien beim Bitcoin-Mining bei knapp 90 Prozent liegen, sodass solche Schäden durch Bitcoin künftig 4 Prozent des Marktwertes ausmachen. Um den Klimawandel einzudämmen, sollten Regierungen energieintensive Prozesse wie das Bitcoin-Mining durch politische Mechanismen regulieren, sagt Co-Autor Robert Berrens.

Unterdessen vollzog die nach Bitcoin zweitwichtigste Kryptowährung, der Ether, Mitte September eine Art Energiewende: Laut der Ethereum Foundation wurde der Energiebedarf mit der Anpassung des Verfahrens um 99,95 Prozent reduziert, Zustimmung bzw. Sicherheit für Transaktionen Sie hatten jahrelang geplant.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare