Sonntag, Juni 26, 2022
StartSPORTBudgetlimit-Klage: Inflation: Braucht die Formel 1 mehr Geld?

Budgetlimit-Klage: Inflation: Braucht die Formel 1 mehr Geld?

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In der Formel 1 tobt ein Streit: Müssen Budgetgrenzen wegen hoher Inflation erhöht werden? Oder versuchen die „Großen“ nur, sich wieder einen Vorsprung zu sichern?

Red-Bull-Teamchef Christian Horner hat schon vor einiger Zeit Alarm geschlagen: Wenn die Budgetobergrenze in der Formel 1 nicht erhöht wird, könnte es passieren, dass bis zu sieben Teams bei den letzten Rennen der Saison nicht mehr antreten können.

Vielleicht ein bisschen dramatisch, aber die Situation aufgrund der gestiegenen Logistikkosten und der allgemeinen Inflation ist so, dass es nicht mehr nur um die Notwendigkeit geht, die geplanten Entwicklungsarbeiten vorzeitig zu stoppen, sondern auch um die Entlassungen. Denn Unterstützung bekommt Horner von vielen seiner Teamleiter-Kollegen.

Wirklich ernsthafte Besorgnis oder nur Alarmismus? Klar ist: Betroffen sind die Teams, die es zulassen 140 Millionen Dollar einen Vorteil voll ausnutzen. Die Kleinen – Haas, Alfa-Sauber oder Williams – haben mehr Spielraum, weil ihr Budget noch unter der Grenze liegt. Es geht vielmehr darum, das zusätzliche Geld aufzutreiben, um die steigenden Kosten auszugleichen.

Die Interessen gehen nun wieder auseinander, auch wenn alle Teams grundsätzlich mit der Budgetobergrenze einverstanden sind. Sie benötigen jetzt eine Anpassung. Alfa, Williams und Alpine sind dagegen, Haas sitzt wegen der engen Beziehung zu Ferrari zwischen den Stühlen.

Fakt ist auch, dass die Budgetobergrenze ursprünglich bei 175 Millionen Dollar liegen sollte. Als die Corona-Pandemie einige Teams an den Rand des Ruins brachte, einigten sich alle unter dem Druck der Ereignisse darauf, die Kostenobergrenze in drei Schritten von 145 auf 140 und 135 Millionen Dollar bis 2023 zu senken.

Im ersten Jahr hat es ganz gut funktioniert. Was half, war, dass 2021 viele Teile aus Autos von 2020 übernommen werden mussten, was den Teams 30 Millionen Dollar sparte. Aber schon im zweiten Jahr scheint das System zusammenzubrechen.

Denn jetzt kommen die neuen Autos. Diesmal waren keine Teile zu erkennen. „Wenn wir also von 145 auf 140 Millionen gehen, haben wir 35 Millionen weniger“, heißt es in allgemeinen Beschwerden. Hinzu kommen die Inflation, die Verdopplung der Transportkosten, der massive Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise.

Das ganze Thema ist sehr vielschichtig und könnte über das Thema Entwicklungsarbeit sogar direkten Einfluss auf den sportlichen Weg der WM nehmen. Befürworter eines Inflationszuschlags befürchten, dass einige es tun und das Budget um bis zu fünf Prozent überschreiten, da dies als Kavaliersdelikt gilt und die Strafe von den Sportkommissaren festgesetzt wird.

Eine Weltmeisterschaft kann das entscheiden, wenn zum Beispiel ein Team wahrscheinlich Upgrades vorantreibt – und dann mit einer kleinen Strafe davonkommt. Aus diesem Grund fordern Top-Teamvertreter das FIA- und F1-Management auf, dieses Jahr einen Inflationszuschlag zum Budget hinzuzufügen.

Angesichts der Situation wären beide Institutionen in der Tat dafür. Aber um das im Finanzreglement zu verankern, braucht man die Zustimmung von acht Mannschaften, bisher hat man aber nur sechs.

Hardliner wie Alfa-Sauber warnen:

Die Argumentation der großen Namen blickt hingegen auch auf die Geschichte: „Als wir die Kürzung von 175 auf 145 Millionen Dollar akzeptiert haben, haben wir Verantwortung gegenüber dem Sport gezeigt. Jetzt liegt es an Ihnen, die gleiche Verantwortung zurückzugeben.“ In Baku wird weiter verhandelt: In einer Woche soll beim GP Kanada eine Lösung auf dem Tisch liegen.

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