Sonntag, Januar 29, 2023
StartSPORTDarts im Sportstudio: Clemens: „Hoffentlich ist mehr möglich“

Darts im Sportstudio: Clemens: „Hoffentlich ist mehr möglich“

- Anzeige -

Spagat zwischen Hype und Heimat: Der neue deutsche Darts-Held Gabriel Clemens rüstet sich für den nächsten großen Wurf.

Er hat keinen bunten Kamm und kann nicht so wütend dreinschauen wie manche Kollegen in der oft bunten Welt des Darts. In Sachen Witz kann es der Stammgast Gabriel Clemens mit den großen Entertainern aufnehmen. Auf die Frage, ob er sich ein Leben in England, der Heimat seines Sports, vorstellen könne, antwortete der 39-Jährige in seinem jetzigen Sportstudio schroff:

Auch die Verwandlung in eine kreischende Bühnenfigur kann er sich nicht vorstellen. „Dafür bin ich zu bodenständig“, sagte der „deutsche Riese“, der kürzlich beim Weltcup in London mit einem starken 5:1-Erfolg über Favorit Gerwyn Price die deutsche Pfeilwelt aus den Angeln gehoben hatte.

Ihm war im Mekka Alexandra Palace Darts der historische Einzug ins Halbfinale gelungen. Seine Art von Spiel? „So schnell wie möglich von 501 Punkten auf null zu spielen“, antwortet Clemens kühl.

Sehen Sie hier die gesamte Sendung:

Vielleicht findet er es auch gut, dass er sich als Nachzügler an die Weltspitze gearbeitet hat – anders als etwa Max Hopp, der mit gerade einmal 16 Jahren sein Ally-Pally-Debüt gab und dem verfluchten Sein nicht entging seitdem eine „Teenager-Sensation“.

Clemens hat den Berufseinstieg erst vor vier Jahren gewagt, damit „er mit 50 nicht sagen musste: Du solltest!“ Zu Hause musste er wohl seine Mutter Ilona überreden, die Angst hatte: „Das macht Lotte die Hose kaputt.“ Ich könnte nicht.

2020 machte „Gaga“ erstmals Schlagzeilen. Er schlug Titelverteidiger „Snakebite“ Peter Wright aus der WM und überstand als erster Deutscher die dritte Runde. In diesem Jahr der Durchbruch, als er mit 99,94 Punkten Durchschnitt auch gegen Price einen deutschen Weltcup-Rekord aufstellte und den aktuellen Hype auslöste.

Clemens hat Pitching-Talent, Disziplin, die nötigen Nerven und hat sein Ziel noch nicht erreicht.

… sagte er und bezog sich dabei auf den „Order of Merit“ der Professional Darts Corporation (PDC). In dieser Cash-Rangliste/Weltrangliste ist er dank WM-Bonus erstmals unter den Top 20.

In zwei Jahren verdiente er 323.000 Euro, stand aber am Anfang einer nicht gerade üppigen Darts-Karriere. Der gelernte Industriemechaniker beginnt gerade damit, seinen neuen Beruf auf ein solides Fundament zu stellen.

Am Anfang ist Dart meist mit hohen Reisekosten und schlechten Hotelbetten verbunden.

Der Turnierkalender ist gnadenlos und der „Order of Merit“ ein Biest: Er entscheidet oft selbst über weitere Startrechte und damit über Verdienstmöglichkeiten. So wie Ende des Monats beim Milton Keynes Masters, wo Clemens seine WM-Form bestätigen will.

Ob sie auch eine Wildcard für die lukrative Premier League bekommt, entscheidet die PDC in Kürze. Ein fester Startpunkt für die 17-wöchige Tour quer durch Europa ist eher unwahrscheinlich.

Möglich ist aber, dass der dem deutschen Markt zuzwinkernde Verein seinen Mann der Stunde anders einbindet. Und sei es mit einer Gastrolle am Spieltag in Berlin. Clemens sollte für jede Chance dankbar sein.

Denn es gibt noch keinen Widerstand, keinen Widerstand im Kurs. Und vor allem ständige Wettkampfpraxis auf höchstem Niveau. Deshalb sind große Turniere mittlerweile fast wichtiger als vier oder fünf Stunden am Tag an der Auslosung oder Einheit mit einem Mental- oder Athletiktrainer. Sich mit den besten Stars zu messen ist besser als jede Trainingseinheit.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare