Freitag, Juni 24, 2022
StartSPORTDDR-Kapitän bei der WM 1974: Zwei Tore für die Ewigkeit - Bransch...

DDR-Kapitän bei der WM 1974: Zwei Tore für die Ewigkeit – Bransch ist tot

- Anzeige -

Der ehemalige Kapitän der DDR-Fußballnationalmannschaft Bernd Bransch, 77, ist am Samstag nach langer Krankheit gestorben.

Die einzige WM-Teilnahme einer DDR-Nationalmannschaft ist untrennbar mit dem Namen Bernd Bransch verbunden. Der Libero und der Kapitän schossen mit seinen zwei Treffern beim 2:0-Sieg gegen Rumänien im entscheidenden Qualifikationsspiel zunächst fast im Alleingang auf die Mannschaft von Georg Buschner, führten die DDR-Elf dann als Kapitän in die Bundesrepublik.

Die Bilder vom Wimpeltausch mit BRD-Kapitän Franz Beckenbauer vor dem einzigen Spiel der deutschen Nationalmannschaft in Hamburg gingen um die Welt. Bernd Bransch ist am Samstag im Alter von 77 Jahren nach langer Krankheit verstorben, wie sein Heimatverein Hallescher FC von seiner Familie erfuhr.

Es ist ein trauriges Jahr für den Fußball-Osten und seine einstigen Idole. Mit Bernd Bransch ist der dritte Hauptdarsteller der „Goldenen Siebziger“ gestorben. Hans-Jürgen Dörner und Joachim Streich sowie der beliebte Trainer Gerd Schädlich hatten diese Welt bereits vor dem Hallenser verlassen.

Bransch war bis zuletzt ein waschechter Hallenser. Mit einer Ausnahme: Vor der WM-Saison 1973/74 stieg sein HFC ab. Um für die Nationalmannschaft interessant zu bleiben, wechselte „Branscher“ für eine Saison zum FC Carl Zeiss Jena und gewann mit den Thüringern den FDGB-Pokal, seinen einzigen Vereinstitel. Ansonsten spielte er fast 300 Mal für den SC Chemie Halle und den späteren HFC Chemie in der Oberliga.

Bransch erlebte seinen dunkelsten Moment im Fußball 1971 in der Tragödie von Eindhoven, als der HFC Teamkollege Wolfgang Hoffmann bei dem verheerenden Hotelbrand verlor. „Im Namen aller Mitglieder, aktiven Spieler, Fans, Sponsoren, Mitarbeiter und Vertreter des Vorstandes spreche ich der Familie von Bernd Bransch unser tiefstes Beileid aus. Es liegt an uns allen, unseres Ehrenmitglieds, eines der wichtigsten, zu gedenken.“ Persönlichkeiten des Vereins und der wichtigste Botschafter der Stadt Halle zu ehren und sein Erbe fortzusetzen“, sagte HFC-Präsident Jens Rauschenbach.

Bransch, der als Stürmer startete und dann in die Abwehr wechselte, verkörperte einen souveränen Verteidiger mit einem Auge für Lücken. Mit seinem starken linken Bein erzielte er viele wichtige Tore, wie Jenas 3:1-Pokal im Pokal gegen Dynamo Dresden 1974 oder zwei Tore gegen Rumänien, jeweils über indirekte Freistöße auf die schlaue Vorarbeit von Peter Ducke.

Insgesamt erzielte er 43 Ligatore und dreimal für die Nationalmannschaft. Mit dem erlebte er seine Karrierehöhepunkte. Nicht nur die Teilnahme an der WM 1974 gehört zu seinem Leben. 1972 wurde er Dritter bei den Olympischen Spielen, bevor er 1976 die Olympischen Spiele in Montreal gewann und damit seine Karriere krönte. Stammspieler war er allerdings nicht mehr, Dörner hatte ihn als freien und Kapitän abgelöst.

1977 beendete der zweifache „Rollenspiel-Fußball des Jahres“ seine Karriere. Anschließend begann er ein Studium zum Wirtschaftsingenieur, war Stadtrat für Jugend und Sport in Halle und später Vizepräsident des Stadtsportbundes Halle. Seinem HFC blieb er treu: Von 1983 bis 1992 war er Präsident oder Vorsitzender des Halleschen FC und zeitweise auch Trainer. Er ist seit 2007 Vorstand des Clubs und war mit 70 Jahren noch im Vorstand.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare