Mittwoch, Dezember 7, 2022
StartSPORTDebatte am „Bolzplatz“: Wann gehen Fans zu weit?

Debatte am „Bolzplatz“: Wann gehen Fans zu weit?

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Was können Fans tun? Seit ihrer Rückkehr in die Stadien wird dieses Thema wieder intensiver diskutiert. „Bolzplatz by Manu Thiele“ lädt zu einem offenen Dialog zwischen Schiedsrichter und Fan ein.

Eintracht Frankfurt empfängt Tottenham Hotspur heute Abend im Champions-League-Gruppenspiel vor vollem Haus. Keine Selbstverständlichkeit nach den Vorfällen beim Spiel in Marseille, wo es zu Ausschreitungen beider Fanlager kam. Ein möglicher Zuschauerausschluss wurde auf Bewährung ausgesetzt.

Doch die Ereignisse in Marseille und Nizza, wo es auch während des Spiels gegen den 1. FC Köln, hat dazu beigetragen, dass das Verhalten der Fans im Stadion wieder zur Diskussion steht.

Bisherige Aufregung hierzulande war ein Spruchband von Borussia Mönchengladbach-Fans im Spiel gegen RB Leipzig mit beleidigenden Äußerungen gegen den ehemaligen Gladbacher Sportdirektor Max Eberl, der zu RB Leipzig wechseln wird.

In der aktuellen Ausgabe von „Bolzplatz by Manu Thiele“ führt Manu Thiele mit zwei Gesprächspartnern die darauf folgende Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit für Fußballfans im Stadion fort.

Die beiden vertreten unterschiedliche Seiten: Schiedsrichter Ittrich und Thomas Kessen, Sprecher von „Unsere KURve“, mit 300.000 Mitgliedern die größte Fanvereinigung Deutschlands.

Was können Fans tun und wann gehen sie zu weit? Bevor diese Frage diskutiert werden konnte, war es notwendig, den Hintergrund der Debatte zu klären. In den ersten Äußerungen nach dem Spiel Gladbach-Leipzig bezog sich Ittrich auf den sogenannten „Drei-Phasen-Plan“.

Es wurde 2011 von der UEFA gegründet, um Spieler vor Diskriminierung und insbesondere Rassendiskriminierung während der Spiele zu schützen.

Stellt der Schiedsrichter eine solche Diskriminierung fest, kann er das Spiel für eine Durchsage im Stadion unterbrechen (Stufe 1), die Mannschaften für fünf bis zehn Minuten in die Umkleidekabine schicken (Stufe 2) oder als letztes Mittel das Spiel unterbrechen.

In Deutschland wird der Drei-Stufen-Plan seit 2020 umgesetzt. In einer Klarstellung des DFB heißt es aber ausdrücklich, „nicht im Falle von Beleidigungen oder anderen grob unsportlichen (aber nicht diskriminierenden) Verhaltensweisen zu verwenden.

Im Interview mit Manu Thiele relativierte Ittrich seine Aussagen nach dem Spiel. „Das Banner, das fast die ganze Kurve lang hing, war für mich eine Grenzüberschreitung“, sagt er. Es gab ihm das Gefühl, dass etwas getan werden musste. Aber:

Fansprecher Tessen problematisierte das Verhalten allerdings, weil Ittrich hier seinen eigenen moralischen Maßstab für eine Entscheidung geschaffen habe.

Die Regelungen in der Kurve würden schnell in Richtung Einschränkung der Meinungsfreiheit führen. Ittrich beharrte darauf, dass es eine individuelle Entscheidung sei, mit der er auf die Masse der Beleidigungen reagiere.

Das Gespräch macht deutlich, wie schwierig es ist, die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und nicht mehr hinnehmbarer verbaler Gewalt zu ziehen, zumal die Protagonisten unterschiedliche Maßstäbe anlegen.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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