Mittwoch, Januar 19, 2022
StartSPORTErling Haaland kritisiert BVB: „Der Verein hat angefangen, Druck auf mich auszuüben“

Erling Haaland kritisiert BVB: „Der Verein hat angefangen, Druck auf mich auszuüben“

- Anzeige -


Trotz der guten Leistung von Borussia Dortmund gegen den SC Freiburg macht nur Erling Haaland Schlagzeilen. Der norwegische Stürmer kritisierte, sich vom BVB unter Druck gesetzt zu fühlen. Die Dortmunder Verantwortlichen reagieren sofort.

Undes war ein mitfühlendes Lächeln. „Diese Frage wurde mir jetzt zum dritten Mal gestellt“, sagte Marco Rose und wich dann bei seiner Antwort etwas zurück. Ist der BVB mit einem 5:1 (3:0)-Sieg über den SC Freiburg zurück im Bundesliga-Titelrennen?

„Wir sind Borussia Dortmund, der Verein, der irgendwann bewusst immer wieder behauptet, die Meisterschaft hier zu haben. Aber wir wissen auch, wie die Saison gelaufen ist“, sagte er. Dann wies der BVB-Manager auf das hin, was ihm vermutlich bekannt war: die Stabilität der Bayern und die eigenen Probleme sowie die fehlende Konstanz in seinem Kader.

Was sollte Rose noch sagen? Es ist wahr. „In der Winterpause galt die Bundesliga mal wieder als extrem langweilig.“ Der Kampf um den Titel sei mehr oder weniger entschlossen gewesen, hieß es. Immerhin verlor der BVB sein Auftaktspiel gegen die Bayern und begrüßte die Weihnachtsfeiertage dann mit einem 2:3-Sieg bei Hertha BSC trotz einer ganz schwachen Leistung.

Es könne nicht plötzlich alles anders sein, sagt Rose. Wobei Dortmunds Leistung gegen Freiburg, rein in Sachen Champions-League-Aspiranten, durchaus beeindruckend war. Übermäßige Ableitungen wären jedoch verboten. „Viel wichtiger ist es, konstant zu bleiben“, erklärte der Trainer, „wenn wir noch einmal den Pokal gewinnen wollen, müssen wir uns verbessern.“ Und das von Woche zu Woche.

Der Freitag gab jedoch einen Vorgeschmack darauf, wozu der BVB in der Lage sein könnte. Konzentriert und zielstrebig brachten die Dortmunder ihre Gegner in Ordnung. Vor allem die erste Halbzeit war nahezu perfekt. Fast alles passte, womit die Mannschaft in der laufenden Saison schon mehrfach Probleme hatte: Die Freiburger wurden mit festem Druck unter Druck gesetzt. Auch nach Ballverlust wurde das Spiel dank starkem Gegenpressing fast sofort wieder aufgenommen.

Zudem gab es deutliche Verbesserungen in Standardsituationen, die im Training der vergangenen Woche im Mittelpunkt standen: 1:0 (14. Minute) und 2:0 (29.) kamen aus Eckbällen – beide Male hatte Julian Brandt den Ball getragen, beide Male es war Thomas Meunier mit einem erfolgreichen Kopfball. „Das waren Bälle und Läufe, die wir besprochen hatten“, sagte Rose. Erling Haaland trifft dann zur Halbzeit auf 3:0 (45.).

Es war eine Leistung, die einem Titelanwärter würdig war, auch wenn es um das 61. Freiburger Tor von Ermedin Demirovic eine kurze zweite Halbzeitphase gab, in der Dortmund den Fuß vom Gas nahm. „Wir haben die Tür wieder vergeblich geöffnet“, beschwerte sich Rose. Der BVB zog dann aber an Fahrt auf. Erneut Haaland (75.) und der starke Mahmoud Dahoud (86.) machten den auch in der Höhe verdienten Sieg perfekt.

Vor einer Woche war es eine sehr gute erste Halbzeit beim 3:2 in Frankfurt, als man auf 0:2 aufholen konnte, aber diesmal waren es 80 Minuten auf hohem Niveau. Rose war besonders zufrieden mit der „Einstellung“ ihres Teams. „Spirit und Energie: Das waren die Themen, die wir nach den Weihnachtsferien gesammelt haben. Wir müssen so weitermachen“, forderte er für die nächsten Wochen eine ebenso hohe Konzentration.

In Sachen Nachhaltigkeit könnten sie zum Stresstest werden: Am Dienstag geht es für den FC St. Pauli in den DFB-Pokal. In der Bundesliga heißen die Gegner Hoffenheim, Leverkusen, Union Berlin und Borussia Mönchengladbach, die alle um internationale Plätze kämpfen.

Aber auch abseits des Platzes gibt es Herausforderungen. Haalands bekannte Persönlichkeit schwelt weiter. Noch steht eine Entscheidung über die Zukunft des Torjägers aus, die sich zum Saisonende gegen eine Festvergütung ändern könnte. Wann dies geschehen soll, darüber gibt es unterschiedliche Vorstellungen. „Natürlich wäre es toll, wenn ich eine Entscheidung nicht ewig hinschleppen würde, denn das erfordert Konsequenzen in allen Bereichen“, sagte Lizenzspielerchef Sebastian Kehl gegenüber The Aktuelle News.

Am Freitag sprach Haaland selbst. „Der Klub hat begonnen, Druck auf mich auszuüben, eine Entscheidung zu treffen“, sagte er in einem Interview mit dem norwegischen Streaming-Dienst Viaplay Football. Er selbst habe in den vergangenen sechs Monaten „aus Respekt vor Dortmund nichts gesagt“, so Haaland weiter. Da der Klub ihn aber drängt, wird es nun zeitnah eine Entscheidung geben. „Das ist es, was der Verein will, und es bedeutet, dass die Dinge jetzt passieren werden“, erklärte er.

Ganz anders sehen das die Dortmunder Verantwortlichen. „Wir machen Erling keinen Druck. Es gibt derzeit keine Vorstellungsgespräche oder Termine, da kann ich mir das nicht erklären“, sagte Hans-Joachim Watzke der WAZ Wir freuen uns auf den Mai, es wird für ihn Sinn machen.“ Haaland muss verstehen, dass „wir irgendwann über die Zukunft reden müssen“.

ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare