Donnerstag, Juni 23, 2022
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Europa-League-Sieger Martin Hinteregger geht nach Rückschlägen wegen Neonazi-Verbindungen mit 29 Jahren in den Ruhestand

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Der österreichische Innenverteidiger organisierte in seiner Heimatstadt ein Amateur-Fußballturnier mit einem rechtsextremen Politiker, bevor er nach einer Gegenreaktion die Verbindung abbrach

Der Verteidiger von Europa League-Sieger Eintracht Frankfurt, Martin Hinteregger, hat seinen Rücktritt vom Fußball nur zwei Wochen nach dem Abbruch der Verbindung zu einem rechtsextremen Geschäftsmann angekündigt.

Der 29-jährige Innenverteidiger war dafür kritisiert worden, dass er in seiner Heimatstadt mit Heinrich Sickl, einem Stadtrat der rechtspopulistischen Partei FPÖ und ehemaligen Mitglied der verbotenen deutschen Neonazi-Organisation Nationalistische Front, ein Amateur-Fußballturnier veranstaltet hatte.

„Rechtes, intolerantes und menschenverachtendes Gedankengut verurteile ich auf das Schärfste“, sagte Hinteregger in einer Erklärung zu seinem Rücktritt. „Die, die mich kennen, wissen das. Ich muss etwas Abstand gewinnen und mein Leben neu ausrichten.“

Seine erste Reaktion auf die Aufregung um den selbsternannten „Hinti Cup“ war die Ankündigung auf Instagram, dass Sickls Verbindung zum Turnier beendet sei.

Der 67-malige österreichische Nationalspieler war ein Fanfavorit in Frankfurt und war in dieser Saison ausschlaggebend für den Einzug ins Finale der Europa League – wo sie die Rangers im Elfmeterschießen besiegten und den Wettbewerb zum ersten Mal gewannen.

Hinteregger hat aktuell keine Verletzungssorgen und sein Vertrag sollte erst 2024 auslaufen. Nach Gesprächen über seine Zukunft mit dem Vereinsvorstand und Cheftrainer Oliver Glasner wurde dieser jedoch zwei Jahre früher aufgelöst.

„Ich habe bereits im vergangenen Herbst darüber nachgedacht, am Ende der Saison aufzuhören“, sagte er. „Ich war in einer schwierigen Phase auf dem Platz: Meine Leistungen waren wackelig.

„Meine Steigerung im Frühjahr und unsere gemeinsamen Erfolge in der Europa League haben mich noch mehr motiviert, mich mit einem tollen sportlichen Erfolg zu verabschieden.

„Deshalb habe ich mich über den Europa-League-Sieg so gefreut, weil ich schon wusste, dass es meine letzte große Siegesfeier mit den fantastischen Fans in dieser Stadt sein würde, die zu meiner zweiten Heimat geworden ist.“

Frankfurts Präsident Peter Fischer hat in den letzten Jahren seine Position zur rechtsextremen Politik deutlich gemacht und erklärt, dass jeder, der der rechten Alternative für Deutschland angehört, sich ihm anschließt [AfD] Party wäre im Club unerwünscht.

„Sport muss politisch sein, nicht nur in der Sportpolitik. Der Sport muss seine Stimme gegen gesellschaftliche Fehlentwicklungen erheben“, sagte er 2017.

„Ich werde in unserer Mitgliederversammlung klar Stellung beziehen, dass es nicht mit unseren Statuten vereinbar ist, AfD zu wählen. Niemand, der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt, kann unser Mitglied sein.“

Vorstand Markus Krosche sagte, Hintereggers Entscheidung sei eine Überraschung gewesen, der Klub habe sie aber „menschlich gesehen“ verstanden.

Er sagte: „Martin wird in Frankfurt immer als ausgezeichneter Spieler und Europa-League-Sieger willkommen sein, nicht zuletzt wegen seiner aufrichtigen Entschuldigung für sein Verhalten in den letzten Tagen und Wochen und seiner klaren und glaubwürdigen Distanzierung von rechter Ideologie.

„Wir hoffen, dass er nach dem Ende seiner Spielerkarriere wieder Fuß findet und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“

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