Donnerstag, Dezember 1, 2022
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Faktenchecks verbieten: Trump darf auf Facebook weiter lügen

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Donald Trump soll während seiner Amtszeit mehr als 30.000 Mal gelogen haben. Facebook wies seine Faktenprüfer an, die Überprüfung seiner Behauptungen einzustellen.

Am Ende seiner Amtszeit zählte die Washington Post Donald Trumps Lügen auf. Das erschreckende Ergebnis: Recherchen zufolge hat der US-Präsident während seiner vierjährigen Amtszeit über 30.000 falsche oder zumindest irreführende Aussagen gemacht. Also durchschnittlich 21 Falschaussagen pro Tag.

Doch Trumps Lügen können auf Facebook bedenkenlos verbreitet werden: Der US-Sender CNN berichtet, Facebook-Faktenprüfer seien in einem Memo angewiesen worden, Trumps Aussagen künftig nicht mehr zu hinterfragen. Trump selbst ist derzeit auf Facebook gesperrt: Sein Konto war zwei Jahre lang gesperrt, nachdem seine Anhänger das Kapitol gestürmt hatten. Das Verbot von Faktenchecks gilt aber auch für alle Trump-Aussagen, die auf anderen Seiten der Plattform veröffentlicht werden. So ist beispielsweise die Seite „Team Trump“ regelmäßig aktiv und hat 2,3 Millionen Follower.

Kontext des Memos: Seit Jahren beauftragt Facebook weltweit externe Faktencheck-Gruppen, um die Verbreitung von Fake News auf der Plattform einzudämmen. In Deutschland übernehmen das Recherchenetzwerk Correctiv und die Nachrichtenagenturen dpa und AFP diese Aufgabe. Posts, die Desinformationen verbreiten, werden entsprechend gekennzeichnet, um Nutzer zu warnen, und Facebook reduziert die Reichweite dieser Posts.

Das Problem: Äußerungen von Politikern werden vom Faktencheck ausgenommen – das will Facebook, das seit 2018 besteht. „Wir glauben nicht, dass es unsere Aufgabe ist, politische Debatten zu führen“, sagt Facebook-Manager Nick Clegg. „Eine Einschränkung der politischen Meinungsäußerung würde auch bedeuten, dass die Bürger weniger über die Meinungen ihrer gewählten Regierungsbeamten informiert wären und Politiker weniger für ihre Äußerungen verantwortlich wären“, heißt es in den Richtlinien von Facebook.

Nachdem Trump mit seiner Kandidatur auf die politische Bühne zurückgekehrt ist, hat Facebook seine Faktenprüfer erneut an diese Regel erinnert. Denn laut Facebook-Definition sind auch Politiker „Kandidaten für politische Ämter“, wie es in den Richtlinien heißt. Das Unternehmen lehnte es jedoch ab, sich zu dem heute vom ZDF angeforderten Memo zu äußern.

Die Position der Gruppe ist umstritten: Die niederländische Nachrichtenseite nu.nl, die bis 2019 auch als Faktenchecker für Facebook aktiv war, beendete aus diesem Grund sogar ihre Zusammenarbeit. „Was nützt es, Fake News zu bekämpfen, wenn man sich gegen Politiker nicht behaupten kann?“, fragte damals Chefredakteur Gert-Jaap Hoekma.

Vorerst genießt Trump zumindest auf Facebook eine gewisse Immunität. Für ihn könnte es Anfang 2023 auch eine persönliche Rückkehr zu Facebook geben, wenn er es wünscht: Die zweijährige Sperrung seines Accounts endete im Januar.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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