Dienstag, August 9, 2022
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Flexibles Arbeiten: Co-Working lockt Menschen aufs Land

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Flexibel arbeiten, mobil sein und im Grünen wohnen: Das geht mit Co-Working Spaces, sagt Tobias Kremkau von „CoWorkLand“. Das Konzept ist eine große Chance für kleine Städte.

Die Stadt Salzwedel liegt in der Altmark im nördlichen Sachsen-Anhalt. Kaum jemand hätte hier einen Co-Working Space erwartet. Moderne Büros, in denen Grafiker und Informatiker Seite an Seite arbeiten, gemeinsam einen Kaffee trinken oder Unternehmen ein Teambuilding-Event veranstalten, sind ein großes Bürgerphänomen. Aber diese Möglichkeit wird in ländlichen Gebieten immer häufiger.

sagt Tobias Kremkau. Er ist Berater der Genossenschaft „CoWorkLand“, die die Betreiber von Coworking Spaces im ländlichen Raum unterstützt und vernetzt. Die Mitgliederzahl hat sich in den letzten zwei Jahren verdoppelt.

Grafikdesignerin Tanja Klose und Campingplatzbesitzerin Bettina Hüls treffen sich im Co-Working Space des Salzwedler „Haus 5“, direkt neben dem Bahnhof. Sie arbeiten gemeinsam an einer Website. Sie bleiben in der Regel per E-Mail und Telefon von ihrem Home Office aus in Kontakt und wohnen nicht in derselben Stadt. Aber Salzwedel ist für beide gut erreichbar. „Hierher zu kommen ist immer eine gute Abwechslung und manchmal kann ich meine Kunden auch persönlich treffen“, sagt Tanja Klose. „Es fördert auch die Kreativität“.

Die 38-Jährige ist vor einem Jahr in ihre Heimatstadt zurückgekehrt. Es kann überall funktionieren. Aber hier sind die Lebenshaltungskosten niedriger als in den großen Städten. Auch der flexible Arbeitsplatz ist von Vorteil. Tanja Klose hat sich entschieden, vorerst im Salzwedel zu bleiben.

Auch Bettina Hüls. Die 50-Jährige und ihr Partner haben sich den Traum vom eigenen Campingplatz erfüllt. Sie zog von Köln in die Altmark.

Tobias Kremkau argumentiert, wenn mehr Co-Working-Angebote im ländlichen Raum geöffnet werden, sei das gut für Nutzer und Städte.

Kleine Städte profitieren davon, weil sie nicht nur „Betten“ für Pendler sind. Stattdessen verbringen die Menschen mehr Zeit am Ort, peppen ihn auf und geben mehr Geld aus.

sagt Kremkau. Und die Nutzer profitieren davon, weil sie in der Nähe ihres Zuhauses arbeiten können, anstatt zu pendeln. „Das ist gesünder, weil Pendeln stressig ist.“ Außerdem werden Kontakte zu Menschen geknüpft, die ähnlich arbeiten und daher gleichgesinnt sind. „Das hilft, wenn Sie irgendwo neu sind.“

An diesem Tag sind Tanja Klose und Bettina Hüls alleine im Büro. Es gibt vier Schreibtische und einen zusätzlichen Besprechungsraum. Die Frage könnte besser sein, sagt Volker Lahmann. Er betreut im Auftrag des Landkreises „Haus 5“. „Wir brauchen Widerstand“, sagt er. Das Angebot muss noch veröffentlicht werden.

Auf dem Land sei das normal, erklärt Tobias Kremkau. Flächen sind in Großstädten rentabler. Aber sie würden auf dem Land von weitaus unterschiedlicheren Menschen genutzt als in Großstädten.

In „Haus 5“ arbeitete ein Wissenschaftler, der das Warten auf den nächsten Zug an einem angemieteten Schreibtisch überwand, ein Psychologe vereinbart hier regelmäßig Coaching-Termine und es gab auch einen Manager, der eigentlich in der Altmark Urlaub machte, aber zwischenzeitlich gehen musste zum Laptop.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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