Samstag, Juni 25, 2022
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Dass es am Samstag zu ähnlichen Szenen kommt, ist nicht zu erwarten, wenn die deutsche Nationalmannschaft zum dritten Nations-League-Spiel der laufenden Sperrperiode in Budapest antritt. Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff teilte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz mit, es gebe seitens des DFB-Teams keine Überlegungen, die im Heimspiel gegen England praktizierte Kniegeste zu wiederholen.

„Wir haben derzeit keine pauschale Kampagne, die wir bei jedem Spiel machen wollen. Wir sind offen für Kampagnen, die unsere Werte repräsentieren, aber wir planen nichts konsequent und wollen nicht, dass es inflationär wirkt“, bestätigt der DFB Stürmer Thomas Müller am Freitag Bierhoffs Aussagen.

Peter Bernau rechnet am Samstag erneut mit Fehlverhalten auf der Tribüne. Rund tausend Anhänger der Brigade werden zu dem Spiel in der ausverkauften Puskás Aréna erwartet. „Ich gehe davon aus, dass die deutsche Hymne gepfiffen wird, da bin ich mir fast sicher“, sagte der 50-Jährige zu theaktuellenews.

Bernau befürchtet, dass das ungarische Team um den italienischen Trainer Marco Rossi bald noch härter für erneutes Fehlverhalten der Fans bestraft werden könnte. Er hält es für möglich, dass die Zuschauer beim Heimspiel gegen Italien im September ausgeschlossen werden könnten. Und mehr als das. „Die UEFA hat bereits angekündigt, dass, wenn Geldstrafen und Zuschauerausschlüsse nicht helfen, ein Punktabzug der nächste Schritt wäre. Auch ein Ausschluss von Uefa-Wettbewerben ist denkbar“, sagte Bernau.

Der Journalist bedauert das anhaltende Fan-Problem. Schließlich steht die Nationalmannschaft sportlich so gut da wie lange nicht mehr, Deutschland stand bei der EM kurz vor der Niederlage und besiegte vergangene Woche den Vizemeister England (1:0). Die Spieler würden „als Helden gefeiert“. Ein Ausschluss aus der Nations League wäre auch deshalb fatal, weil es das Letzte war, was Ungarn überhaupt erst eine Teilnahme an der EM 2021 ermöglichte.

Auch in der heimischen Liga kommt es laut Bernau immer wieder zu Ausschreitungen und rassistischen Fehlverhalten. Der ungarische Verband reagierte jedoch nur mit halbherzigen Bußgeldern. „Es gibt keine Null-Toleranz-Politik. Die Klubs zahlen lieber die Strafen, als sich mit den Fans anzulegen. Dagegen wird nichts unternommen.“

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