Sonntag, November 28, 2021
StartSPORTKritik an der Jugendarbeit Eltern prangern Zustände bei Union Berlin an

Kritik an der Jugendarbeit Eltern prangern Zustände bei Union Berlin an

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Nicht zum ersten Mal wirft ein Bericht ein schlechtes Licht auf die Jugendarbeit der Berliner. Im Fokus stehen diesmal die altersgerechte Unterbringung der Kinder und eine fragwürdige Fördervereinbarung.

Die Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Jugendleistungszentrum (NLZ) des Bundesligisten Union Berlin soll nicht altersgerecht erfolgen. Das zeigen Recherchen von „Ippen Investigativ“ und dem ARD-Politmagazin „Kontraste“. Demnach sollen Zwölfjährige in Wohngemeinschaften untergebracht gewesen sein. Obwohl nur als Übergangslösung gedacht, sollen die Kinder dort über zwei Jahre gelebt haben. Die Betreuung, einschließlich einer sportgerechten Ernährung, sei unzureichend gewesen. Eltern ehemaliger Spieler von Union NLZ prangern dies in dem Bericht an.

Die Forschung umfasst auch einen sogenannten Jugendförderungsvertrag, was für Kinder in diesem Alter sehr ungewöhnlich ist. In mindestens einem Fall soll sich der Verein verpflichtet haben, über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt 3.000 Euro auf ein Sparkonto einzuzahlen. Union wollte das Geld nur auszahlen, wenn der Spieler am Ende einen Sponsoringvertrag unterschreibt. Diese bekam der betroffene Spieler aus Leistungsgründen nicht und damit auch nicht die 3.000 Euro.

Der NLZ-Chef eines anderen Bundesligisten bezeichnete die Einigung in dem Bericht als „zweifelhaft“ und „höchst fragwürdig“. Union Berlin selbst hat auf die Anfrage geantwortet, dass aus dem Patenschaftsvertrag für die Eltern „keine Verpflichtungen oder ein Vertragsverhältnis in irgendeiner Form hervorgehen“.

Zudem gab es einen Vorfall bei einer Auswärtsreise zu einem Jugendspiel, der das Vertrauen der Eltern in den Verein weiter erschütterte. Der Kleinbus, in dem die Jugendlichen saßen, war gegen eine Leitplanke gekracht. Der Verein soll die Eltern am Nachmittag des Folgetages per WhatsApp über den Unfall informiert haben. Als Grund für die Verzögerung soll der Verband angegeben haben, dass der Schaden nur bei Tageslicht sichtbar gewesen sei.

Bereits im Mai machte das Jugendtrainingszentrum Köpenicker Schlagzeilen. Eltern und Jugendlichen wurde damals vorgeworfen, minderjährige Spieler schlecht zu behandeln und vor allem Kinder mit Migrationshintergrund zu benachteiligen.

André Hofschneider, Cheftrainer des Jugendtrainingszentrums von Union, wies dies zurück und sagte damals: „Bis ich den Vorwurf gesehen habe, habe ich mir diese Zahlen ehrlich gesagt nie angeschaut. Ich will gewinnen. Die Trainer der NLZ wollen gewinnen. Wir alle wollen die Besten Spieler auf den Platz bringen. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Religion, Herkunft, Haut- oder Haarfarbe sie angehören.“

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