Montag, Februar 6, 2023
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Kurznachricht zum Jubiläum: SMS wird 30: Ups, Downs, Ups?

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Die erste SMS wurde vor 30 Jahren verschickt, obwohl Messaging-Dienste sie überholt haben, wird die Technologie immer noch verwendet. Ein Blick in die Vergangenheit und die Zukunft.

Historiker bleiben umstritten, wer als Erster auf die revolutionäre Idee kam, ungenutzte Kapazitäten im Mobilfunknetz zum Senden und Empfangen von Kurznachrichten zu nutzen. Experten sind sich einig, dass das erste gültige SMS-Konzept (Short Message Service) 1985 von Bundespostmeister Friedhelm Hillebrand stammte.

Der britische Softwareentwickler Neil Papworth konnte damals im Auftrag von Vodafone die weltweit erste SMS versenden. Vor 30 Jahren, am 3. Dezember 1992, probierte er die neue Übertragungstechnik aus. Papworth schickte die berühmten 14 „Merry Christmas“-Briefe von seinem Computer an das Handy von Vodafone-Manager Richard Jarvis.

Kommerziell startete der neue Dienst dann 15 Monate später auf der Computermesse CeBIT 1994 in Hannover. Aus heutiger Sicht waren die Preise hoch.

Anfangs kostete eine Kurznachricht 39 Cent das Stück, mit der Einführung des Euro etablierten sich 19 Cent als Standardpreis für eine SMS: Discounter boten fünf oder sechs Cent pro SMS. Der „Short Message Service“ hat sich zur Cash-Cow der Branche entwickelt.

Der SMS-Boom hat den Telekomanbietern Milliardengewinne beschert. Aber es hat auch die Art und Weise verändert, wie vor allem junge Menschen miteinander kommunizieren.

Damals war die Texteingabe im Vergleich zu heutigen Smartphones umständlich: Es gab keine Tastatur mit Buchstaben, nur die Zahlen von „0“ bis „9“ und „*“ und „#“. Jeder Ziffer sind mehrere Buchstaben zugeordnet. Wollte man beispielsweise den Buchstaben f schreiben, musste man dreimal hintereinander die Taste „3“ drücken.

Diese Umstände haben einen Jargon aus Abkürzungen hervorgebracht, den manche noch heute auf WhatsApp und Co. verwenden. Die Buchstaben „hdg“ stehen für „I like you“ oder „GN8“ für Gute Nacht.

Mittlerweile nutzen nur noch wenige Menschen SMS für ihre private oder berufliche Kommunikation. Die Zahl der in Deutschland versendeten SMS erreichte 2020 mit sieben Milliarden einen Tiefstand. 2021 verzeichnete die Bundesnetzagentur jedoch erstmals einen leichten Anstieg auf 7,8 Milliarden.

Die Branche schöpft daraus Hoffnung, zum Beispiel Vodafone-Technikchefin Tanja Richter:

Der kleine Vorteil hat damit zu tun, dass SMS häufig in Anwendungen wie Online-Banking verwendet wird, um mobile Transaktionsnummern zu versenden. Allerdings werden SMS keine Milliardengewinne mehr machen, weil sich internetbasierte Messaging-Dienste wie WhatsApp, Signal oder Telegram durchgesetzt haben.

In der Zeit vor Whatsapp und Co. war SMS nicht nur bei jungen Leuten beliebt. Altkanzlerin Angela Merkel (geb. 1954) kommunizierte mit anderen Politikern oft per SMS, wie Ex-Außenminister Guido Westerwelle (FDP) 2010 gegenüber der schwarz-gelben Koalition erklärte: „Wir setzen so viele Botschaften wie wir können.“

Das Wort „simsen“ für das Senden und Empfangen von SMS wurde 2004 in das Wörterbuch aufgenommen. Sie nahmen auch das datenschutzrechtliche Risiko in Kauf, abgehört zu werden. SMS werden bis heute nicht verschlüsselt.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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