Montag, Februar 6, 2023
StartSPORTMeinungsblase mit Algorithmen: Digitale Wege aus der Filterblase

Meinungsblase mit Algorithmen: Digitale Wege aus der Filterblase

- Anzeige -

Algorithmen von Google, Youtube & Co. liefern uns Clips oder Posts, die unserer Meinung entsprechen sollen. So entstehen Meinungsblasen. Aber sie können vermieden werden.

Wenn Sie bei Google nach etwas suchen, werden Ihnen Ergebnisse angezeigt, die Ihrem persönlichen Profil entsprechen. Thematische Präferenzen und bisheriges Such- und Surfverhalten werden berücksichtigt. Tiktok, Twitter oder Youtube machen es ganz ähnlich.

Facebook wertet das Surfverhalten der Nutzer noch genauer aus. Das bedeutet, dass die Webseiten, die ich aufrufe und anschaue, mit aufwändigen Routinen gescannt werden. Daraus errechnen sich meine thematischen Präferenzen und letztlich meine ideologische Präferenz.

Das ist gefährlich. Denn wenn jemand nur die gleichen Meinungen und Informationen erhält, erkennt er unterschiedliche Meinungen nicht mehr an. Offene Gesellschaften leben jedoch davon, kontroverse Punkte zu diskutieren. Und das Problem geht noch weiter: Abweichende Positionen werden nicht nur nicht mehr anerkannt, sondern auch andere Meinungen massiv bekämpft, ja sogar zum Hass aufgerufen.

Wenn die Online-Profilerstellung auf der Grundlage von Facebook-Daten beispielsweise ergab, dass ein Wähler Muslime nicht mag, aber nicht sicher ist, ob Trump hart genug gegen Muslime vorgehen wird, wurde ihm ein maßgeschneiderter Text zugesandt, in dem Trumps Politik gegenüber Muslimen erklärt wird, was genau übereinstimmte diese Wähleridee.

Ein Wähler, der wollte, dass Obama Care rückgängig gemacht wird, erhielt E-Mails und Posts über seine Chronik. Sie bestätigten ihm, dass Trump genau die Obama-Care-Bestimmungen zurückziehen werde, die ihm nicht gefielen. Wer um seinen Job als Stahlarbeiter oder Bergbauarbeiter fürchtete, erhielt auf seinem Smartphone die Ankündigung von Donald Trump, er werde 25 Millionen Jobs schaffen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Wahlversprechen realistisch sind oder den Himmel belügen. Es geht darum, den Wählern genau das zu versprechen, was sie erwarten. Wer in einer Filterblase lebt, ist anfällig für solche Manipulationen.

Genau damit verdienen Google, Facebook & Co. ihr Geld. Zum einen mit Direktmarketing-Aktionen, denn Menschen in Filterblasen sind leicht zu beeinflussen. Zum anderen, weil der sich selbst verstärkende Effekt Nutzer länger auf Ihrer Seite hält, also dafür sorgt, dass mehr Werbung verkauft wird.

Und die Zugriffszahlen steigen, weil Websurfer süchtig nach diesem sich selbst verstärkenden Effekt werden. Allerdings können Nutzer beispielsweise von Twitter oder Google etwas dagegen tun:

Bei Twitter beispielsweise errechnete der Algorithmus eine Meinungspräferenz auf Basis von Tweets und darin angeklickten Links sowie Followern. Folgt der Nutzer nun bewusst Personen mit einer ganz anderen Meinungspräferenz und liest deren Tweets, analysiert der Algorithmus dies und gewichtet die Präferenz neu.

Dem Benutzer werden dann Posts jenseits der vorherigen Blase angezeigt. Die Algorithmen von Facebook, Google und anderen Plattformen können in ähnlicher Weise betroffen sein.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
ZUGEHÖRIGE ARTIKEL

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Anzeige

Am beliebtesten

Letzte Kommentare