Donnerstag, Dezember 8, 2022
StartSPORTNach dem Fußballspiel: 174 Tote bei Unruhen in Indonesien

Nach dem Fußballspiel: 174 Tote bei Unruhen in Indonesien

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Bei gewalttätigen Ausschreitungen während eines Fußballspiels in Indonesien sind mindestens 174 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten sind zwei Polizisten.

Mindestens 174 Menschen starben bei schweren Unruhen nach einem Fußballspiel in der indonesischen Provinz Ost-Java. Unter den Toten seien nach Angaben der Beamten zwei Polizisten. Mehr als 100 weitere Menschen wurden verletzt.

Wütende Fans stürmten während des Spiels ein Fußballfeld, teilte die Polizei mit, nachdem ihr Verein Arema FC das Spiel mit 2:3 gegen den historischen Rivalen Persebaya Surabaya verloren hatte. Es war die erste Niederlage seit mehr als zwei Jahrzehnten.

Generalinspekteur Nico Afinta sagte in einer spontanen Pressekonferenz, die Polizei habe Tränengas eingesetzt, um die entfesselten Fans zu zerstreuen. 34 Menschen seien auf dem Platz im Kanjuruhan-Stadion gestorben, alle anderen in Krankenhäusern, berichteten die Sender Elshinta und tvOne unter Berufung auf Afinta.

Aufnahmen aus dem Inneren des Stadions zeigten Menschen, die über Zäune kletterten, und andere, die Verletzungen trugen. Die auf der tvOne-Website veröffentlichten Fotos zeigen unter anderem ein völlig zerstörtes Auto im Stadion. Andere Bilder zeigen den Überfall auf dem Platz und Rauchwolken auf dem Platz und auf den Tribünen.

Nach Angaben der Polizei hat der Einsatz von Tränengas eine Massenpanik ausgelöst. An einer Ausfahrt habe es Stau und „Atemnot und Sauerstoffmangel“ gegeben, sagte Polizeichef Afinta. Viele der Opfer wurden dann zu Tode getrampelt.

Die Fußballmannschaften Arema und Persebaya drückten den Opfern und ihren Familien ihr Beileid aus.

Der Verein wird ein Krisenzentrum und eine Opferinformationsstelle einrichten. „Bei der Familie der Opfer entschuldigt sich das Management von Arema FC aufrichtig und ist bereit, eine Entschädigung zu leisten. Das Management ist bereit, Vorschläge zum Umgang mit der Katastrophe anzunehmen, damit viele gerettet werden können“, sagte Haris.

Der indonesische Fußballverband (PSSI) hat den Spielbetrieb in der ersten Liga für eine Woche ausgesetzt. Arema wurde für den Rest der Saison von Heimspielen ausgeschlossen. Zudem hatte der Verband eine Ermittlungsgruppe eingesetzt, die am Sonntag ihre Arbeit aufnehmen sollte.

„PSSI bedauert die Aktionen der Aremania-Fans im Kanjuruhan-Stadion. Wir entschuldigen uns und entschuldigen uns bei den Familien der Opfer und allen, die an dem Vorfall beteiligt waren“, sagte Verbandspräsident Mochamad Iriawan. Die Polizei wird bei den Ermittlungen unterstützt.

Auch die indonesische Regierung hat sich für den Vorfall entschuldigt. Er versprach, die Umstände des Ansturms zu untersuchen. „Wir bedauern diesen Vorfall“, sagte der indonesische Sport- und Jugendminister Zainudin Amali gegenüber dem Fernsehsender Kompas. Er kündigte eine gründliche Überprüfung der Organisation des Spiels an.

Die Organisatoren ignorierten die Empfehlung der Behörden, das Spiel am Nachmittag statt am Abend abzuhalten, sagte der indonesische Minister für Koordinierung für politische, rechtliche und Sicherheitsangelegenheiten Mahfud MD. Ihm zufolge hat die Regierung empfohlen, nur 38.000 Tickets zu drucken. Stattdessen wurden alle 42.000 Plätze im Stadion verkauft.

Die Regierung habe die Organisation von Fußballspielen verbessert und werde dies auch weiterhin tun, aber der von der breiten Öffentlichkeit geliebte Sport sorge oft für „plötzliche Emotionen“, schrieb die Ministerin auf Instagram.

Fangewalt ist ein Problem in Indonesien. Tiefe Rivalitäten führen oft zu tödlichen Auseinandersetzungen. Manche Spiele sind so belastet, dass Spieler von Spitzenmannschaften unter Schutz zu Auswärtsspielen reisen müssen.

Der Präsident des FIFA-Weltfussballverbands, Gianni Infantino, reagierte bestürzt auf den schweren Ansturm in einem indonesischen Stadion, bei dem über 170 Menschen ums Leben kamen.

Abgel T
Abgel T
Ich arbeite seit ca. 3 Jahren als Redakteurin in Bereichen wie Politik und Sport. Sie können an theaktuellenews@hotmail.com schreiben, um mich zu erreichen.
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