Dienstag, Oktober 19, 2021
StartSPORTNach nur einem Kuntz-Spiel läuft in der Türkei die Zeit davon

Nach nur einem Kuntz-Spiel läuft in der Türkei die Zeit davon

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Zum Debüt als Nationaltrainer der Türkei gab es ein 1:1 gegen Norwegen. Stefan Kuntz muss bereits im zweiten Spiel einen Erfolg vorweisen – der Druck vom Publikum ist groß.

Die Erwartung war riesig, zumindest war die Enttäuschung groß. Das konnte Stefan Kuntz nach seinem Debüt als Trainer der türkischen Fußballnationalmannschaft schwarz auf weiß in der Zeitung lesen.

Nur ein paar Reaktionen auf einen Blick:

Fanatiker (Sportzeitung): „Der deutsche Impfstoff hat nicht funktioniert“

Aksam Spor (Sportzeitung): „Alle Träume von der WM sind vorbei“

Hürriyet (Tageszeitung): „Wir haben eine große Chance verpasst“

Der Grund: Bei ihrem ersten Auftritt mit Kuntz an der Seitenlinie spielte die Türkei zu Hause 1:1 gegen Norwegen. Die Aussichten, sich für die WM in Katar zu qualifizieren, haben sich weiter verschlechtert, und aus dem „kleinen Wunder“, das Kuntz sagte, es sei ein größeres geworden. Die aktuelle Situation in der Qualifikationsgruppe G: Drei Spiele vor Schluss führen die Niederlande mit 16 Punkten vor Norwegen (14) und der Türkei (12). Montenegro lauert direkt dahinter (11 Punkte).

Um die zarte Pflanze der Hoffnung überhaupt am Leben zu erhalten, braucht der ehemalige deutsche U21-Erfolgstrainer mit der Türkei heute (ab 20.45 Uhr im Live-Ticker bei theaktuellenews) einen Sieg in Lettland. Nicht nur das: In den weiteren Qualifikationsspielen im November gegen Gibraltar und Montenegro darf sich die Mannschaft keine Ausrutscher leisten, sie muss gewinnen. Doch damit nicht genug: Nur wenn Norwegen in den letzten drei Spielen verliert, haben Kuntz und sein Team noch eine Chance bei der Wüsten-WM.

Das Spiel der Skandinavier am letzten Spieltag (16. November) in den Niederlanden könnte das Schlüsselspiel werden. Allerdings darf Kuntz nicht so weit vorausschauen, die offensichtlichen Mängel der eigenen Auswahl beschäftigen ihn. „Es herrscht noch Verunsicherung in der Mannschaft, es fehlt an Selbstvertrauen“, sagte Kuntz: „Wenn man seine Kräfte verliert, kann man Norwegen nicht ganz verhindern, dass es Chancen gibt.“

Für Kuntz hatte vor den hektischen Fans in Istanbul alles so gut angefangen. Nach acht Minuten ging Kerem Atürkoglu in Führung, und die Türkei lag plötzlich auf Platz zwei der Gruppe G, was für die Playoffs reicht. Doch Norwegen, das auf Dortmunds Stürmerstar Erling Haaland verzichten musste, machte das mit Kristian Thorstvedt (41.) wett.

Und das Spiel in Lettland wird alles andere als ein Selbstläufer. Im Hinspiel im Atatürk-Stadion in Istanbul, damals unter Trainer Senol Günes, verlor die Türkei mit 3:1. Es war ein herber Rückschlag nach dem furiosen Start in die Qualifikation mit Siegen über die Niederlande (4:2) und Norwegen (3:0) – und der Anfang von Günes‘ Ende.

Bei der EM schied die Türkei mit null Punkten und nur einem Tor aus, in den Niederlanden war es im September eine 1:6 Klatsche. Auf Kuntz wartet viel Arbeit – er hat nicht viel Zeit.

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